07.03.2018 - 18:44 Uhr
Grafenwöhr

Dynamic Front 2018 auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr Im Schatten der Artillerie

Am Rand des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr ist kein Platz frei. Die Artilleriestellungen sind alle belegt. Für die US-Armee und ihre Verbündeten ein Erfolg. Ein Erfolg der weithin zu hören ist - nicht zur Freude aller Anwohner.

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Mehr als doppelt so viele Soldaten und dreimal so viele Geschütze als noch vor einem Jahr beteiligen sich in diesem Jahr an der Übung "Dynamic Front 18" auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN). Am Rande des Übungsplatz sind die Feuerstellungen mit Artilleriegeschützen, Panzerhaubitzen und Raketenwerfern belegt. "Dynamic Front" ist dieses Jahr dreimal so groß wie "Dynamic Front II" im Jahr 2017, sagt der stellvertretende Kommandeur des US-Heeres in Europa, Generalmajor Timothy P. McGuire, am Mittwoch zu Journalisten am Rande der Übung.

Für den US-Generalmajor ist die Übung zur Stärkung der Bündnisverteidigung in großer Erfolg. Amerikaner, Briten, Deutsche, Franzosen, Polen, Litauer und andere lernen, besser zusammen zu arbeiten. "Die Übung erlaubt es uns, miteinander zu sprechen." McGuire meint dies wörtlich und im übertragenen Sinn. Der größte Gewinn sei der unmittelbare Kontakt und Austausch zwischen den Soldaten verschiedener Länder. Das motiviert die Männer und Frauen, sagt auch Oberstleutnant Frank Bergmann, stellvertretender Kommandeur des Artilleriebataillons 131 aus Weiden. Der Verband hat unter anderem acht Panzerhaubitzen und vier Raketenwerfern MARS im Einsatz. Die 10. Panzerdivision aus Veitshöchheim stellt neben den Briten eine der Kommandozellen zur Steuerung der Artillerie. Eine Beteiligung, die McGuire besonders hervorhebt.

Der US-Generalmajor hat auch den Austausch von Daten und die Angleichung der Abläufe zwischen den Armeen im Blick. Es gilt das Zusammenwirken zu testen und verbessern - im Bereich Feuerunterstützung für die Kampftruppen. So kommt es, dass Deutsche Ziele aufklären, Briten die Daten verarbeiten und Franzosen schließlich schießen.

Wenn Dutzende Geschütze auf einmal feuern wird es laut, zum Teil sehr laut, so wie in den vergangenen Tagen. Auf dem Übungsplatz sind knapp 100 Geschütze und Haubitzen im Einsatz. Zum Wochenbeginn hatte die US-Armee deshalb Bürgermeister und Behördenvertreter eingeladen, damit diese sehen, was die 3700 Soldaten aus 26 Ländern noch bis zum Samstag 10. März auf dem Übungsplatz tun. Allerdings soll dieser Donnerstag der letzte Tag sein, an dem es noch einmal hoch hergeht. Neben der Artillerie werden in den Mittagsstunden und am frühen Nachmittag auch noch einmal einige Flugzeuge schießen.

Die Verantwortlichen der US-Armee wissen, um die Belastungen für die Deutschen. Ohne die Gastfreundschaft und ohne diesen hervorragenden Übungsplatz wäre "Dynamic Front" nicht möglich, macht auch McGuire deutlich. Brigadegeneral Helmut Dotzler, Kommandeur des Landeskommandos Bayern, betont im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es bei der Übung um Bündnisverteidigung geht.

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