06.03.2017 - 19:16 Uhr
Grafenwöhr

Dynamic Front II 1400 Soldaten aus neun Ländern üben in Grafenwöhr

Bisweilen wird es laut auf dem US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Am Montag zeigen US-Armee und Bundeswehr den Oberpfälzer Bürgermeistern, warum.

Probeschuss auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr - der Raketenwerfer MARS vom Artilleriebataillon 131 feuert am Montagvormittag die Übungsrakete ab. Im Laufe des Tages folgen weitere. Bild: paa
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Obwohl die Artillerie-Übung "Dynamic Front II" mit rund 1400 Teilnehmern seit einer Woche läuft, war außerhalb des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr bislang wenig davon zu spüren. Seit Montag ist dies anderes. Die Artilleristen aus Weiden schießen - mit Raketenwerfern und Panzerhaubitzen. Dazu hatte die US-Armee Bürgermeister und Stadträte aus den Gemeinden rund um den Übungsplatz eingeladen, den Soldaten auf der Schießbahn und in der Operationszentrale über die Schulter zu schauen.

Es ist eine multinationale Übung, wie so viele in den vergangenen Jahren, zur Stärkung der Bündnisverteidigung: Es gilt das Zusammenwirken der Soldaten und Einheiten aus verschiedenen Nato-Ländern zu testen und verbessern - nur dass es diesmal ausschließlich um Feuerunterstützung für die Kampftruppen geht. Dazu gehören Geschütze und Raketenwerfer, aber auch Unterstützung aus der Luft. Das Artilleriebataillon 131 aus Weiden, das mit rund 600 Männern und Frauen an der Übung teilnimmt, stellt Haubitzen und den Raketenwerfern MARS. Dazu kommen zwei bis drei US-Kampfhubschrauber vom Typ "Apache".

Keine Flugzeuge

Der Einsatz von Flugzeugen wird simuliert, macht Brigadegeneral Antonio A. Aguto, der Kommandeur des 7. US-Heeres Trainingskommandos (7th Army Training Command, in der Militärtypischen Abkürzung 7ATC), deutlich. Er betont im Gespräch mit den Kommunalpolitikern, dass der US-Armee die Auswirkungen, gerade durch den Lärm, auf die "Gemeinden, auf unsere gemeinsamen Gemeinden" bewusst sei. "Ihre Gastfreundschaft ist der entscheidende Schlüssel." Deshalb gehe die Armee sensibel mit der Lärmbelastung um.

Ein Großteil der Übung läuft digital - am Computer. Das größte Problem ist der Datenaustausch. Deshalb dient "Dynamic Front II" auch dazu, die Software ASCA, die zum Austausch dient, weiterzuentwickeln.

Die Übung greift über Grafenwöhr hinaus. Die US-Basis Ramstein in Rheinland-Pfalz, der britische Übungsplatz Otterburn und die Garnison Fort Bragg in US-Staat North Carolina sind einbezogen. Für die Soldaten in den USA beginnt der Arbeitstag bereits um zwei morgens. Sie müssen sich an die Arbeitszeiten in Grafenwöhr halten. In Fort Bragg ist die 82. US-Luftlandedivision stationiert, die Global Response Force, die schnellen Eingreifkräfte der USA. Deren Artillerie stellt die Operationszentrale in Grafenwöhr. Von hier aus werden die Soldaten aus neun Teilnehmernationen - USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Litauen, Rumänien, Tschechien und Türkei - geführt.

Noch bis Freitag

Wünsche oder gar Klagen äußern die Bürgermeister nicht. Der eine oder andere Stadtrat nutzt aber auf der Schießbahn die Gelegenheit, einmal in die Kabine es Raketenwerfers zu klettern. Ab diesem Dienstag schießen auch die Haubitzen aus Weiden. Die Bundeswehr bestreitet einen großen Teil des scharfen Schüsse.

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