08.03.2018 - 20:00 Uhr
Grafenwöhr

"Dynamic Front" in Grafenwöhr Schlagkräftige Übung

Bei der Übung "Dynamic Front" im Truppenübungsplatz Grafenwöhr wollen Artillerieverbände der Nato die taktische Feuerunterstützung trainieren. Das ist aber nicht das einzige Ziel.

Die amerikanische Botschafterin Anne Hall steht vor einem britischen Artilleriegeschütz L 118.
von Autor MORProfil

Während der Übung "Dynamic Front" der US Army Europe trainierten Nato-Artillerieverbände und unterstützende Einheiten streitkräfteübergreifende taktische Feuerunterstützung und festigten so ihre Zusammenarbeit.

3700 Teilnehmer aus 26 Nato- und Partnernationen nahmen daran teil. Die "Dynamic Front"-Übung wurde ins Leben gerufen, um die Fähigkeiten der amerikanischen und alliierten Artillerieverbände weiterzuentwickeln. Einer der Schwerpunkte der Übung war die digitale Kommunikation. Zum ersten Mal nahmen alle Mitglieder der "Artillery Systems Cooperation Activities" (ASCA) an "Dynamic Front" teil. Die ASCA-Software-Schnittstelle ermöglicht es den einzelnen Nationen, verschiedene Feldartillerie- und Feuerunterstützungssysteme digital zu verknüpfen.

Zu den Ländern, die aktuell ASCA verwenden, gehören Frankreich, Deutschland, Italien, die Türkei und die USA. Die deutsche Komponente war durch das Artilleriebataillon 131 aus Weiden vertreten. Amerikanische Kampfhubschrauber unterstützten die Übung. Stellvertretender Kommandeur des US-Heeres in Europa, Generalmajor Timothy P McGuire, hob die Notwendigkeit des gemeinsamen Übens hervor und lobte die "Qualitätssteigerung" der Übung sowie die Teambildung der Nato- und Partnerverbände.

Bei Einweisungen, dem Besuch des Taktischen Lagezentrums der Beobachtungs- und Feuerleitstelle sowie bei der Abschussposition wurde dem multinationalen Militär das Zusammenwirken der Verbände verdeutlicht. In der Feuerstellung bei Vilseck stellte die "Royal British Artillery" ihre Schlagkraft mit den Artilleriegeschützen L 118 und der Panzerhaubitze AS 90 vor. Die Nationalitätsabzeichen reichten von Kanada, Italien, Spanien, Ungarn, der Slowakei über Polen und Schweden, Litauen, Estland bis nach Norwegen und weiter. Unter den zivilen Gästen war auch Anne Hall, die amerikanische Botschafterin in Litauen.

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Kommentare

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Hubert Senf

1zu1 identischer Re-Post, da im Mai 2018 alle Kommentare (wohl aufgrund DSGVO) gelöscht wurden.

Ich hoffe sehr das meine sachliche Kritik hier stehen bleiben darf. Kritik an Krieg, Militär und Aufrüstung muss erlaubt sein.

Es ist löblich, das zumindest die Kritik der Lärmbelästigung erwähnt wird (wenn auch nur in einer separaten Box anstatt im Artikel - Warum eigentlich nur in dieser Box?)
Dies Box ersetzt aber keine kritische Auseinandersetzung mit folgenden Fragen:
- Warum und wofür genau wird geübt. Russland, Ukraine, Afghanistan, Syrien?
- Warum werden die Übungen gerade intensiviert?

"Übungen"
Auch das Wort "Übung" verharmlost die Aktivitäten in Grafenwöhr extrem! "Übung macht den Meister" sagt man vielleicht zu Kindern. Jedem Anwohner oder Besucher der Region der den Lärm der "Übungen" hört, muss klar sein, dass jedem "Übungs-Einschlag" ein realer (Kriegs-)Einschlag irgendwo auf der Welt folgt. So war es auch in den vergangenen Jahren in Konflikten in Afghanistan, Syrien, Irak, in der Ägäis, in Mali, im Libanon, in Libyen.
Sachlich, nüchtern betrachtet sind diese Übungen ein Teil einer Konflikt/ Kriegsvorbereitung. Warum bezeichnet man diese Übungen dann nicht dementsprechend?

Es findet auch in diesem Artikel leider keine journalistisch kritische Auseinandersetzung mit der Militärpräsenz oder den aktuellen und anstehenden Einsätzen statt. Stattdessen wird lediglich wohlwollend, teilweise sogar in fragwürdiger positiver Formulierung beschreibend berichtet: Zitat: "… lassen in diesen Tagen 94 Haubitzen und Artilleriegeschütze "sprechen". Als wären Worte den Taten der Artillerie-Geschütze untergeordnet.

Auch wird der Name der "Übung" nicht erklärt "Dynamic Front 18". Wo ist diese dynamische, sich verändernde Front? Existiert sie schon oder soll sie geschaffen werden?

Als Leser würde ich mir einmal wünschen, dass mit dem gleichen Eifer, der in diesem Bericht über die "Übungen" spürbar ist, auch einmal die aktuellen Krisensituationen (z.B. Syrien) journalistisch unter Berücksichtigung beiderseitiger Sichtweisen beleuchtet wird.
So war bisher weder in Onetz noch im neuen Tag von den aktuellen Geschehnissen in Syrien zu lesen, wie z.B. dem Leak zu "Lasst uns Syrien aufteilen" oder auch dem Geständnis von Jim Mattis: “No Evidence" Sarin Gas used by Assad Government.

02.06.2018