26.12.2017 - 15:06 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Grafenwöhr, Hawaii und nun Wiesbaden: Christopher G. Gavoli soll neuer Kommandeur des US-Heeres in Europa werden

Wiesbaden/Grafenwöhr. Der ehemalige Kommandeur der US-Armee in Grafenwöhr (Kreis Neustadt), Generalmajor Christopher G. Cavoli, soll laut einem amerikanischen Medienbericht die Führung des US-Heeres in Europa übernehmen. Er tritt die Nachfolge von Generalleutnant Frederick "Ben" Hodges an, der Mitte Dezember das Kommando in Wiesbaden abgegeben und sich in den Ruhestand verabschiedet hat. Derzeit führt der frühere Stellvertreter, Generalmajor Timothy McGuire, kommissarisch das Kommando.

Generalmajor Christopher G. Cavoli (links) und Generalleutnant Frederick Ben Hodges salutieren während des Kommandowechsels am 15. Juli 2016 in Grafenwöhr. Archivbild: Markus Rauchenberger/US-Armee
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Wenige Tage vor Weihnachten bestätigte der amerikanische Kongress die Ernennung Cavolis zum Generalleutnant. Damit erhält er nur eineinhalb Jahre nach seinem Abschied aus der Oberpfalz seinen dritten Generalsstern. Den zweiten hatte Cavoli am 15. Juli 2016 nach der Übergabe des Kommandos über das 7. US-Armee Trainingskommando (7th Army Training Command, in der Militärtypischen Abkürzung 7ATC) angeheftet bekommen - von seiner Frau Christina, den Söhnen Alex und Nick sowie Generalleutnant Hodges.

Kommandeur auf Hawaii

Derzeit führt Cavoli noch die 25. US-Infanteriedivision auf Hawaii. Das Kommando auf Hawaii übernimmt Generalmajor Ronald P. Clark, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Cavoli wechselt seinerseits nach Wiesbaden, schreibt "Defense News" unter Berufung auf Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums. Auch in Gesprächen am Rande des Kommandowechsels in Wiesbaden war der Name Generalmajor Christopher G. Cavoli als Nachfolger für Generalleutnant Hodges bereits gefallen.

Die Pazifikinsel Hawaii bezeichnete Cavoli im Gespräch mit unserer Zeitung vor seinem Abschied aus Grafenwöhr als den einzigen Ort, an den man von Bayern aus gehen könne. Schließlich gelte diese in den USA und in Deutschland als Traumziel. Für die Familie Cavoli, mit ihrer Liebe zum Skifahren und zu den Alpen sowie ihren Wurzeln in Italien, war Bayern ein Traumziel. In Wiesbaden ist die Familie den Alpen wieder deutlich näher. Für seinen neuen Posten bringt Cavoli wichtige Erfahrungen mit. Als Kommandeur des Trainingskommandos änderte er dessen Ausrichtung: weg von der Vorbereitung für die Anti-Terror- und Stabilisierungseinsätze im Irak und Afghanistan hin zur klassischen Landes- und Bündnisverteidigung.

Cavoli spricht auch Russisch

Er war zudem Direktor der Russlandabteilung im Generalstab der US-Streitkräfte (2001-2003) und arbeitete im Laufe seiner Karriere drei Jahre im Russland-Programm der US-Armee. Zudem verfügt der Offizier, der Russisch, Italienisch und Französisch spricht, über reichlich Europa-Erfahrung. Von 2007 bis 2009 war Cavoli, der Abschlüsse der Universitäten Princeton und Yale hat, Dozent am George-Marshall-Center in Garmisch-Patenkirchen. Als Leutnant war er bei den Fallschirmjägern im italienischen Vicenza stationiert.

Hodges hatte noch vor seinem Abschied aus Wiesbaden 2018 als das "Jahr der Integration" ausgerufen. Nächstes Jahr soll die multinationale Zusammenarbeit weiter vertieft werden. Cavoli, der bei Mitarbeitern den Ruf hat, immer mehrere Schritte vorauszudenken, wird dies umsetzen. Sehr schnell dürfte er auch mit eigenen Schwerpunkten überzeugen.

 

 

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