03.05.2018 - 20:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Grafenwöhrer Waldbad auf der Agenda Stadt will Energie sparen

Klaus Uschald vom Institut für Energietechnik in Amberg ist beim Grafenwöhrer Stadtrat zu Gast. Der Grund: Er hat das Waldbad unter die Lupe genommen und Vorschläge für eine energetische Verbesserung.

Bevor die Badesaison beginnt, informiert sich der Stadtrat über Energiesparmöglichkeiten für das Waldbad. Bild: sne
von Stefan NeidlProfil

Das Becken des Städtischen Waldbades (2400 Kubikmeter) muss in den Sommermonaten auf 24 Grad beheizt werden, dazu kommt das Planschbecken (80 Kubikmeter), das bei 28 Grad liegen soll. Der Energieverbrauch beziffert sich dafür auf 365 000 Kilowattstunden pro Jahr, rechnete Klaus Uschald, dessen Einrichtung unter anderem energetische Beratungen bietet, dem Stadtratsgremium vor. Die Energie dafür kommt von Solarmodulen (141 000 Kilowattstunden pro Jahr) und einem Erdgaskessel (224 000 Kilowattstunden pro Jahr), der zudem die Heizung des Sportparks speist. Diese benötigt weitere 109 000 Kilowattstunden pro Jahr.

Um Energiesparpotentiale zu erkennen, hat Uschald verschiedene Szenarien durchgespielt. Als alternative Heizformen kämen ein Erdgasblockheizkraftwerk oder eine Wärmepumpe in Frage. Bei den direkten Kosten würden beide Alternativen teurer ausfallen - bezieht man aber die Kohlenstoffdioxid-Bilanz mit ein, wäre die Wärmepumpe die sparsamste Variante. Auch über die Anschaffung einer Abdeckung für das Becken wurde nachgedacht. Thomas Schopf (FW) erkundigte sich über die Anschaffung einer eigenen kleineren Heizung für den Sportpark, was laut Uschald sinnvoll sein könnte, aber noch zu analysieren sei. Problematisch ist auch, dass das Heizhaus 100 Meter vom Becken entfernt steht. Der Verlust beim Transport über die Leitungen ist erheblich, weiß Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) aus einer früheren Prüfung.

Stefanie Zinn vom Stadtbauamt hatte bei dieser Gelegenheit weitere Energiestatistiken der kommunalen Liegenschaften für die Jahre 2012 bis 2016 parat. Im einzelnen ging sie auf Straßenbeleuchtung, Waldbad, Rathaus, Verwaltungsgebäude, Bauhof, Schulen, Stadthalle und Feuerwehren der Ortsteile ein. Durch Umrüstung auf LED konnte viel Leistung gespart werden, meinte sie. Rätselraten begann im Gremium aber darüber, dass im Jahr 2014 fast überall ein geringerer Verbrauch herrschte und dieser dann aber wieder anstieg. Anton Schopf (SPD) würde die städtischen Geräte von lokalen Elektrikern gerne auf die Effizienz prüfen lassen.

Freudig verkündete Knobloch, dass die Straßenausbaubeiträge rückwirkend zum 1. Januar 2018 abgeschafft werden sollen. Ist der Bescheid vor dem Stichtag zugestellt worden, müssten die Anlieger die Beiträge noch entrichten. Voraussetzung dafür ist eine gültige Satzung, die Stadtverwaltung hat diese bis heute trotz Kritik aber nicht ausgesetzt. Die nun wegfallenden Beiträge sollen vom Freistaat Bayern übernommen werden.

Besonders Thomas Schopf ist es ein Anliegen, in diesem Zusammenhang noch einmal den Unterschied zwischen Straßenausbau- und Erschließungsbeiträgen klarzustellen. Die Beiträge, die wegfallen sollen, beziehen sich auf die Sanierung bestehender Straßen. Bei Erschließungsbeiträgen, die erhalten bleiben, handelt es sich um Beiträge, die gezahlt werden müssen, wenn eine Straße komplett neu gebaut wird - inbegriffen unter anderem Kanalanschlüsse.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.