21.12.2017 - 17:02 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Jahresschlusssitzung des Stadtrates Grafenwöhr Signale auf Frieden

Lichterglanz und Lebkuchen, Kerzenschein und glitzernde Englein an Tannenzweigen: Die Signale deuten Frieden an in der Jahresschlusssitzung des Stadtrates. Die Atmosphäre im Sitzungssaal ist auf Versöhnung programmiert. Und doch dampft es im Kochtopf der Kommunalpolitiker.

"Abgesehen von der beleidigenden Wirkung auf die persönliche Ehre der Einzelnen bringt dieses Verhalten überhaupt nichts." Zitat: Bürgermeister Edgar Knobloch
von Robert DotzauerProfil

Bürgermeister Edgar Knobloch sprach zunächst von Frieden, Nächstenliebe und einem humanen Miteinander. Mit Blick auf die 45 Sitzungen des Rates mit gut 100 Sitzungsstunden mahnte er einen respektvollen Umgang an und dann kam es zur Eruption: "Leider legen genau zehn Prozent der Stadtratsmitglieder den größten Wert darauf, Mitarbeiter der Verwaltung zu verunglimpfen und weitere Personen in ihrem Ruf zu schädigen", sprudelte es aus dem Bürgermeister hervor.

Das Gremium war sich rasch einig, wer gemeint war. Die "heiße Lava" läuft in Richtung der Zwei-Personen-Fraktion der Linken. Die Bemerkung über Rufschädigungen war eindeutig: "Abgesehen von der beleidigenden Wirkung auf die persönliche Ehre der Einzelnen bringt dieses Verhalten überhaupt nichts."

Umso erfreulicher nannte der Bürgermeister das Miteinander im Gremium insgesamt. Auf der Suche nach den bestmöglichen Entscheidungen gebe es zwar da und dort kontroverse Diskussionen. "Doch unterschiedliche Sichtweisen bereichern die Arbeit des Stadtrates." Nach dem Dank an seine Stellvertreter Anita Stauber und Udo Greim sowie das Personal beleuchtete der Rathauschef das insgesamt erfolgreiche ablaufende Jahr. Beispielhaft verwies er auf die Fortsetzung der Altstadtsanierung und dankte für das Verständnis der Anlieger. Knobloch erinnerte an den Spatenstich zur Neugestaltung des Pausenhofs, verwies auf den Baubeginn für das Feuerwehrhaus in Hütten und lobte den Abschluss der Deckenbauarbeiten für die Staatsstraße in Richtung Eschenbach. Die Linksabbiegespur für die Ortschaft Gössenreuth habe die Verkehrssituation verbessert, stellte er fest.

Besonders wichtig war für den Bürgermeister die Erweiterung der Gewerbeflächen. Er verriet: "Wir konnten Grundstücke für 440 000 Euro zur künftigen Nutzung als Industrieflächen erwerben." Weitere Erfolge seien die Renovierungen im Waldbad, Lärmschutzwände, Decken-Erneuerung von Orts- und Gemeindeverbindungsstraßen, Baugebietsausweisungen einschließlich neuer Förderrichtlinien bei der Schaffung von Wohnraum für Familien mit Kindern, Breitbandausbau und Hotspots.

Gehen diese Investitionen auf Kosten der Verschuldung? Der Rathauschef stellte mit Genugtuung fest: "Es gelang ein Haushalt ohne Kreditaufnahme." Zudem sei der Schuldenstand in den letzten drei Jahren von 6,4 Millionen Euro auf 5,3 Millionen Euro gesunken. Auch eine solide Rücklage gebe es nun wieder. Der Rückblick endete mit einem Dank an das standorttreue Grafenwöhrer Unternehmertum.

Vorausblickend kündigte er den Beginn der Dorferneuerung in Hütten an, versprach den Startschuss für die Umgestaltung der Adalbert-Stifter-Straße ab Mai und beglückte die Freiwillige Feuerwehr Grafenwöhr mit der Ankündigung zum Kauf eines HFL 20. 408 000 Euro lässt sich Grafenwöhr das Löschfahrzeug kosten.

Sein Schlusswort richtete Knobloch an die Bürger: "Die Grafenwöhrer punkten mit gelebter Solidarität." Mustergültig sei die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte beim Bombenfund in der Neuen Amberger Straße gewesen. Unter Beweis stellen sich auch immer wieder die guten deutsch-amerikanischen Beziehungen. Anerkennung zollte der Bürgermeister zudem den Vereinen, Kirchen und Pflegeeinrichtungen. Auf diesen Gemeinsinn baue er auch im kommenden Jahr.

Abgesehen von der beleidigenden Wirkung auf die persönliche Ehre der Einzelnen bringt dieses Verhalten überhaupt nichts.Bürgermeister Edgar Knobloch

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