21.03.2018 - 20:10 Uhr
Grafenwöhr

Josefi-Frühschoppen in Grafenwöhr mit Albert Füracker Lob und Tadel

Es brodelt an der Basis der CSU. Das zeigte sich beim Josefi-Frühschoppen in Grafenwöhr als sich Dr. Frank Wohl, seit 38 Jahren CSU-Mitglied, zu Wort meldete. In der voll besetzten Zoiglstube "Zum Adler" konfrontierte er Gastredner Albert Füracker mit einer Frage zu einem Beschluss vom Dezember 2017. Da sei am CSU-Parteitag in Nürnberg entschieden worden, dass Migranten ohne Ausweispapiere aus sicheren Drittstaaten die Einreise an der Grenze verweigert werden solle.

CSU-Bezirksvorsitzender Dr. Stephan Ötzinger, Landrat Andreas Meier, Bezirksrat Toni Dutz, Bürgermeister Edgar Knobloch, Staatssekretär Albert Füracker, Landtagskandidatin Tanja Renner, CSU-Ortsvorsitzender Gerald Morgenstern, Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, Stellvertretender Landrat Albert Nickl und Bezirkstagkandidat Matthias Grundler feierten den Josefi-Namenstag
von Stefan NeidlProfil

Wohl fragte Füracker, ob der neue Innenminister Horst Seehofer diesen Beschluss seiner Partei umsetzen werde. Füracker fand die Anmerkung berechtigt. Es sei bemerkenswert, dass man nach Deutschland zwar "ohne Pass rein, aber ohne Pass nicht mehr raus komme". Der Staatssekretär sei überzeugt, dass Seehofer hier Maßstäbe setzen werde.

Füracker war als "Ersatzmann" für Markus Söder nach Grafenwöhr gekommen. CSU-Ortsvorsitzender Gerald Morgenstern hätte diesem zwar gerne persönlich zur Wahl zum bayerischen Ministerpräsidenten gratuliert, hatte aber Verständnis für dessen Absage. Den neuen Referenten lernte er einst bei einem Rhetorikkurs kennen. Schon damals hätte er erkannt, dass Füracker in Rhetorik gar keine Lektion bräuchte. Dem stimmten auch die Besucher im "Adler" zu. Mit den von ihm gewählten Themen (wir berichteten) begeisterte Füracker das Grafenwöhrer Publikum: Seine Rede sorgte für viel Applaus und enthusiastisches Klopfen auf den Tischen. Mit Landtagskandidatin Tanja Renner und Bezirkstagkandidat Matthias Grundler sei die nördliche Oberpfalz gut aufgestellt, befand Füracker, und es sei schön, wenn sich junge Menschen für Politik interessieren.

Für Bürgermeister Edgar Knobloch war das volle Haus beim "Adler" ein Beispiel für Bürgernähe, bei 100 Zuhörern war Zusammenrücken angesagt. "Verantwortungsvoll haushalten, investieren und gleichzeitig noch Schulden tilgen - das schafft nur Bayern", zeigte er sich stolz auf sein Heimatland, er wolle selbst dieser Devise folgen. In einem Vortrag über die Entwicklung Grafenwöhrs zeigte er sich zuversichtlich, dass die Straßenausbaubeiträge bald abgeschafft werden.

Parallelen zur Kommunalpolitik gäbe es beim Singspiel am Nockherberg, in dem es um "El Marco (Söder)" und die glorreichen Sieben ging - in Grafenwöhr habe man schließlich acht CSU-Stadträte und zwei Anitas. Vielleicht könne man Füracker schon bald beim Starkbieranstich parodiert sehen. Das wäre eine Ehre, denn dort werde nur über die wirklich Wichtigen gelacht.

CSU-Landtagsabgeordneter Tobias Reiß lobte Fürackers Heimatstrategien und Bemühungen um die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse. Bevor das CSU-Team und Wirt Christian Biersack Weißwürste, gestiftet von der Metzgerei Gugel, servierten, fand Stadtrat Josef Neubauer an seinem Namenstag passende Schlussworte. Er zeigte sich überzeugt, dass die CSU im Oktober die Wahl gewinnen werde, und zitierte den ehemaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg: "Lobe, wenn du kannst - tadle, wenn du musst."

Verantwortungsvoll haushalten, investieren und gleichzeitig noch Schulden tilgen - das schafft nur Bayern.Bürgermeister Edgar Knobloch

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