17.08.2017 - 16:34 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Konrad Dippel gegen die Stadt Grafenwöhr Wahlkampf ums Plakat

Wahlplakate überall: Wer aber glaubt, die Bundestags-Bewerber dürfen, wie sie wollen, irrt. Die Stadt Grafenwöhr hat nun den parteifreien Konrad Dippel zur Ordnung gerufen. Der fühlt sich benachteiligt.

In Eschenbach fand Konrad Dippel einen Platz zwischen Uli Grötsch und Albert Rupprecht. Damit ist er zufrieden. Bilder: exb (2)
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Aus Konrad Dippels Wahlkampf droht ein "Plakatkrieg" zu werden. So nennt der Trabitzer selbst die Auseinandersetzung, die er seit Montag mit der Stadt Grafenwöhr führt. Auslöser ist ein Schreiben aus dem Ordnungsamt: Dippel solle sein Wahlplakat von den aufgestellten Flächen im Stadtgebiet entfernen. Die Stadt verweist auf ihre Plakatierverordnung. In der steht, dass auch für Wahlplakate ein Antrag nötig ist. Den hat Dippel nachgereicht. Die Stadt genehmigte daraufhin Aushänge - die dürfen auf den Ständern nur unten rechts hängen, im Format A 1.

Dippel will das nicht verstehen: "Die Größe habe ich gar nicht." Er ließ nur Plakate im Format A0 drucken, so wie vor den Wahlen 2005, 2009 und 2013. Damals hatte er keine Probleme - auch nicht in Grafenwöhr, obwohl die Verordnung 2009 und 2013 schon galt. Dippel war sie bisher unbekannt, nie sei sie Thema gewesen.

Der Trabitzer vermutet einen anderen Hintergrund: Als er diesmal zu den Ständern kam, seien diese jungfräulich gewesen. "Ich habe dann oben links plakatiert, wo sonst die CSU hängt." Der 46-Jährige glaubt, dies sei der Grund. "Solange ich antrete, um zu verlieren, wird das geduldet. Aber wenn ich ernsthaft versuche, den Großen den Platz streitig zu machen, wird dagegen vorgegangen." Noch etwas ist Dippel aufgefallen: "Bei der letzten Bundestagswahl stellte die SPD den Bürgermeister. Die CSU ist vielleicht nervöser."

Auf solche Vorwürfe geht die Stadt nicht ein. Sie verweist auf ihr Ziel, Wildwuchs bei der Plakatierung zu verhindern. "Den Parteien wird ihrer Bedeutung nach die Größe der Fläche auf den Wahlplakattafeln zugeteilt", schreibt die Stadt an Dippel. "Die Bedeutung bemisst sich insbesondere auch nach den Ergebnissen vorangegangener Wahlen." Das lässt Dippel nicht gelten. "Ich war 2013 und 2009 der Direktkandidat mit den drittmeisten Stimmen in Grafenwöhr, 2009 nur knapp hinter der SPD." Dass er nun den letzten Platz erhalten soll, will er nicht akzeptieren. Auch für andere Parteien scheine die Vorgabe nicht zu gelten. Den ihm zugeteilten Platz auf der Tafel besetzt derzeit etwa die Bayernpartei. Auch in anderen Kommunen hat Dippel Erfahrungen gesammelt, die besten mit der Stadt Weiden. Von dort habe er vorab ein Schreiben mit allen Vorgaben erhalten. "Danach wusste ich Bescheid, ich musste nur noch melden, wie viele Plakate ich im Stadtgebiet aufstellen will." Möglich sind 300 pro Bewerber, Dippel hat 100 beantragt. Auch mit dem Eschenbacher Modell kann er leben. Dort werden wie in Grafenwöhr Tafeln für alle aufgehängt und es gilt: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Ähnlich laufe es in Floß.

Aus Grafenwöhr erhielt er inzwischen weitere Schreiben. Am Mittwoch teilte ihm das Ordnungsamt mit, dass Plakatgröße und Aushangort nicht zu verhandeln sind. Auch die anderen Parteien werden auf die Vorgaben aufmerksam gemacht, bestätigt amtierende Bürgermeisterin Anita Stauber. Die Stadt stellt es Bewerbern frei, über Aushänge zu plakatieren, wenn die den zugeteilten Platz belegen. Im Fall Dippel ist dies bereits passiert. Dort lächelt nun Albert Rupprecht links oben im Format A0 von der Wand. Nur wer genau hinschaut, sieht den Rand vom Dippel-Plakat hervorlugen.

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