25.09.2017 - 20:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Stadtratssitzung in Grafenwöhr Flussverlauf macht Sorgen

Im Stadtrat war Anton Baumann vom Wasserwirtschaftsamt Weiden zu Gast. Er hatte sich die Flüsse in Grafenwöhr angesehen und war nicht zufrieden. Außerdem plant sein Amt eine Baumaßnahme in Hütten.

Die Wehranlage bei Hütten soll rückgebaut und neu errichtet werden
von Stefan NeidlProfil

Baumann erläuterte den Stadtratsmitgliedern den fachlich unbefriedigenden Zustand der Thumbach und Creußen. Dabei ging es nicht um die Wasserqualität, sondern dass der unnatürlich gerade Flussverlauf schlechte Bedingungen für Fische und Wasserpflanzen schafft. Um den ökologischen Zustand zu fördern, sollen Eng- und Tiefstellen geschaffen und Kurven eingebaut werden. Der Fluss müsse nahe dem Kirchsteig zunächst südlich umgelenkt werden, bevor er wieder dem alten Lauf folgen würde.

Das alte Flussbett soll nicht gänzlich trocken gelegt werden, sondern mit einem niedrigeren Wasserstand weiter fließen. Auf der so entstandenen Insel könne eine Sitzgelegenheit entstehen, die über Trittsteine erreicht werden könne. Die Kosten hierfür würde das Wasserwirtschaftsamt übernehmen. Gerald Morgenstern (CSU) sprach sich gegen Trittsteine aus, da die Insel von Senioren oder Kinderwägen schlecht erreicht werden könne. Außerdem fragte er nach der Beteiligung des Amtes bei der Weggestaltung, da dies ein Teil des Projektes wäre.

Baumann und Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) antworteten, dass dies grundsätzlich nicht vorgesehen sei, man aber durchaus darüber reden könne. Stellvertretender Bürgermeister Udo Greim (SPD) mahnte an, dass dies Hochwassergebiet sei und ob der Schutz gewährleistet sei. Baumann räumte ein, dass die Baumaßnahmen den Hochwasserschutz verschlechtern würden, man sich aber noch in einer frühen Planungsphase befinde und man die zusätzliche Belastung genau berechnen würde. Der Stadtrat beschloss einstimmig die weitere Planung voranzutreiben.

Die Wasserwehranlage der Haidenaab bei Hütten besteht seit den 1930er Jahren und befindet sich in einem schlechten Zustand. Nun will das Wasserwirtschaftsamt sie abreißen beziehungsweise rückbauen und in naturnaher Bauweise in Form einer rauen Rampe neu herstellen. Die Auslegung für die Bevölkerung sei bereits abgeschlossen und es sind keine Einwände erhoben worden. Während der Bauphase soll der Fluss über eine benachbarte Wiese umgeleitet werden. Gerhard Mark (CSU) und Helmuth Wächter (SPD) erkundigten sich, ob im Rahmen des Projekts die angrenzende Straße und Brücke überarbeitet oder saniert werden solle. Die bisherige Planung umfasse dies nicht, erwiderte Baumann. Anschließend wurde das Vorhaben einstimmig beschlossen.

Das kommunale Förderprogramm zur "Förderung bei der Schaffung von Wohneigentum für junge Familien", wurde einstimmig angenommen, wobei man sich kurz über die Höhe der Zuschüsse unterhielt. Einzelne Bauanträge wurden genehmigt werden: Die US-Streitkräfte wollten ihre Kindertagesstätte erweitern. In der Dießfurter Straße bedurfte ein ehemaliges Lager- und Verkaufsgebäude einer Nutzungsänderung, da darin nun unter anderem ein Cross Fit Fitnessstudio und ein Imbiss sind.

Außerdem dient sie einem Motorradclub als Vereinsheim und musste als Aufenthaltsraum genehmigt werden. Am Marktplatz sollte ein ehemaliges Geschäftshaus zum Zweifamilienhaus umgestaltet werden. Der Stadtrat genehmigte diese Anträge.

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