Stärkere Kanone für Stryker
US-Armee testet neuen Radpanzer in Grafenwöhr

Der Stryker mit der neuen 30 Milimeter Kanone. Der Bild: hbe
Politik
Grafenwöhr
20.02.2018
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Das 2. US-Kavallerieregiment aus Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) hat am Dienstag auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) die neueste Entwicklung seines Radpanzers vom Typ "Stryker" vorgeführt.

Der von der US-Armee mit dem Beinamen "Dragoner" (Dragoon) getaufte Panzer ist mit einer ferngesteuerten 30-Millimeter-Kanone in einem unbemannten Turm ausgestattet. Diese wurde erstmals in Europa getestet. Eine Kanone desselben Kalibers besitzt auch der Puma, der neue Schützenpanzer der Bundeswehr. Neben der Waffenanlage erfolgten umfangreiche Verbesserungen im Arbeitsbereich des Kommandanten sowie in der Fahrzeugtechnik.

Die Ausstattung der Stryker mit der 30mm Maschinenkanone kam auf Anregung des Vilsecker Regiments zustande. Auslöser war die geänderte politische Situation in den baltischen Staaten einhergehend mit einer zunehmenden Bedrohung durch Russland. Die in Europa stationierten US-Verbände hatten in bestimmten Bereichen Fähigkeitsdefizite aufgezeigt, die mit der stärkeren Bewaffnung ausgeglichen werden sollen.

Nachdem im Herbst 2015 von den Militärs auf die Notwendigkeit eines durchschlagkräftigeren Waffensystems hingewiesen wurde, konnte in einer für Rüstungsprojekte sehr kurzen Zeitspanne die Industrie die geforderten Produkte liefern. Mehr als 80 Panzer sollen beim 2. US-Kavallerieregiment noch heuer damit ausgerüstet werden. Zurzeit laufen abschließende Tests im Schießen in Grafenwöhr und im April die taktische Erprobung in Hohenfels.



Seit dem Jahr 2002 befindet sich bei den US-Streitkräften das achträdrige, gepanzerte Gefechtsfahrzeug vom Typ "Stryker" in verschiedenen Varianten im Einsatz. Das Spektrum reicht unter anderem von der Verwendung als Führungs- und Feuerunterstützungsfahrzeug, Späh-, Mannschaftstransport- und Sanitätspanzer bis hin zum Mörserträger und mobilem Geschütz mit dem Kaliber 105 Millimeter.

Die Besatzung variiert von zwei bis zwölf Soldaten. Während eines Gefechtes bleiben der Kommandant und Fahrer im Fahrzeug, eine neunköpfige Infanteriegruppe kann im abgesessenen Kampf eingesetzt werden. Ursprünglich von der Schweizer Firma MOHAG entwickelt, führte General Dynamics Land Systems-Canada in Lizenzbau am Stryker weitere Modifizierungen durch.
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Hubert Senf aus Schwandorf | 05.03.2018 | 09:29  
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