12.05.2017 - 19:56 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Strong Europe Tank Challenge Ukrainische Panzer in Grafenwöhr

Auf den Oberpfälzer Truppenübungsplätzen üben Soldaten seit einigen Jahren wieder die Bündnisverteidigung. Dies dient zur Abschreckung Russlands. Nun kamen dazu erstmals Panzersoldaten, die seit Jahren gegen russische Soldaten kämpfen.

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Beim von Bundeswehr und US-Armee auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) ausgerichteten Panzerwettbewerb "Strong Europa Tank Challenge" hat vergangene Woche mit der Ukraine erstmals eine Nation teilgenommen, die im Osten des eigenen Landes immer wieder gegen russische Streitkräfte kämpfen muss.

Für die Ukraine, die seit den 1990er Jahren eng mit der Nato zusammenarbeitet, machte der ukrainische Generalmajor Oleksandr Pavluk im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich, dass sich sein Land als "Teil der europäischen Familie" versteht. Zudem unterstrich der Kommandeur des ukrainischen Operationskommandos West die beständige Zusammenarbeit seines Landes mit der Nato.

Diese war im Jahr 2014, nach der Annexion der Krim durch Russland, intensiviert worden. Angesichts des Krieges "mit dem östlichen Nachbarn", wie es der General formulierte, sei es sehr wichtig, dass die ukrainischen Streitkräfte in Grafenwöhr teilnehmen, sagte Pavluk. Vor diesem Hintergrund wollen sie natürlich sehen, wie andere Armeen ihre Panzer einsetzen, welche Taktiken und Verfahren sie anwenden.

Die Ukraine verstand sich in Grafenwöhr nicht als Bittsteller, obwohl sie einen Kampfpanzer einsetzt, der Anfang der 1960er Jahren in Dienst gestellt wurde. Damit bleibt dieser Generationen hinter den anderen Panzern, etwa dem deutschen Leopard, dem amerikanischen Abrams und dem französischen Leclrec zurück. "Alle Panzerbesatzungen haben gegen russische T-72 gekämpft", sagte der Generalmajor. Solche Kriegserfahrungen wurden in privaten Gesprächen am Abend geteilt, erzählen deutsche Soldaten. Etwa, wenn ein Ukrainer in der "Tanker-Bar", der Panzer-Bar, erzählt, dass er als einziger in seinem Panzer einen Treffer überlebt habe.

Abschreckung ist einer der Zwecke der Wettbwerbs, sagte der Oberkommandierende des US-Heeres in Europa, Generalleutnant Frederick "Ben" Hodges im Gespräch mit Journalisten. Am Ende, so machte der US-General deutlich, sei die Aufgabe des Militärs der Schutz der Bevölkerung. Es gehe darum einen möglichen Feind abzuschrecken. Dazu trage der Wettbewerb bei. Wo dieser Gegner aus Sicht der Nato derzeit steht, ist klar: im Osten.

Neben der Ukraine kamen Teams mit je vier Kampfpanzern aus Österreich, Frankreich, Polen sowie Deutschland und den USA. Das beste Team stellten die Österreicher, mit ihrem Leopard 2A4. Die Bundeswehrsoldaten aus Augustdorf mit dem Leopard 2A6 wurden Zweiter und das US-Team mit dem Abrams M1A2 SEP. Dritter. Der Sieger aus dem Jahr 2016, das Panzerbataillon 104 aus Pfreimd (Kreis Schwandorf) nahm nicht am Wettbewerb Teil, aber es betreute wie im vergangenen Jahr eine Station. Für nächstes Jahr ist wieder ein Wettbewerb geplant. Dann sei Schweden dabei, sagte Hodges. Zudem will er um die Briten und Kanadier werben.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.