02.05.2018 - 16:38 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Trinkwasser von guter Qualität

Eine Anfrage der SPD im Landtag über Chemikalien im Grundwasser sorgt für Aufregung in Grafenwöhr. Messungen des Landesamts für Umwelt ergaben, dass die Soldatenstadt zu den mit Perfluoroctansäure (PFOA) belasteten Orten im Freistaat gehört.

Edgar Knobloch, Helmut Amschler und technischer Leiter Gerhard Maier (von links) stoßen auf das Grafenwöhrer Trinkwasser an. Bild: sne
von Stefan NeidlProfil

( sne) Dies hatte der BR Anfang April gemeldet. PFOA ist eine fluorierte synthetische Säure mit zahlreichen industriellen Anwendungen, beispielsweise zur Imprägnierung von Textilien und Teppichen oder zur Oberflächenversiegelung von Holz, Stein und Fliesen. Es kann den Fettstoffwechsel und die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen sowie Krebs verursachen. Studien über die Schädlichkeit laufen noch.

Helmut Amschler, Vorsitzender der Stadtwerke, hat deshalb das Trinkwasser analysieren lassen. Während das Grundwasser in bis zu drei Metern Tiefe unter der Erdoberfläche liegt, wird das Grafenwöhrer Trinkwasser aus drei zwischen 120 und 150 Metern tiefen Brunnen gewonnen. Diese liegen etwa vier Kilometer vom Truppenübungsplatz entfernt. Das Ergebnis war eine Belastung von nur 0,004 Mikrogramm pro Liter. Der erlaubte Grenzwert in Bayern liegt bei 0,1 Mikrogramm.

Das Grafenwöhrer Trinkwasser sei daher in einwandfreiem Zustand. Bedenklich sei aber der Grundwasserwert: Deswegen sollte man zum Gießen des eigenen Gemüses nicht den eigenen Hofbrunnen benutzen - so kann POFA auch auf dem Teller landen. Dies ist mit Leitungswasser vermeidbar.

Bürgermeister Edgar Knobloch freute sich über die eine gute Nachricht. Dem Landesamt für Umwelt hingegen wirft er einen schlechten Stil vor: Anstelle die Stadt über die Messergebnisse zu informieren, hätte das Amt diese zuerst an den Bayerischen Rundfunk weitergeleitet, anstatt ihn zunächst persönlich zu benachrichtigen.

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