07.12.2017 - 19:18 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

US-Armee will 2018 zwei neue Gebäude bauen Neue Bauten für 50 Millionen

Die US-Armee schleift weiter an ihrem Juwel: Im Jahr 2018 sollen zwei bauliche Millionen-Projekte auf dem Übungsplatz in Grafenwöhr entstehen. Das staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach rechnet mit bis zu 50 Millionen Euro Baukosten. Dafür sind allerdings Eingriffe in die Natur nötig.

Der Truppenübungsplatz in Grafenwöhr soll zwei neue Gebäude bekommen.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Für einen "Vehicle Maintenance Shop"(VMS) und ein "Training Support Center" (TSC) sollen 2018 Millionen fließen. Bereits im Mai startet demnach der Bau des TSC nordwestlich von Camp Aachen, gut einen Kilometer vom Lagerzaun entfernt. 15 Millionen Euro sind dafür kalkuliert. Für das VMS ist Oktober 2018 als Baubeginn vorgesehen. Bis zu 35 Millionen Euro soll die Anlage kosten, die südwestlich von Camp Aachen entstehen wird, etwa zwei Kilometer von der Lagergrenze entfernt. Hinter dem "Training Support Center" verbirgt sich ein Komplex mit Lagerhalle, Trainings- und Verwaltungsgebäude zur Ausbildung der Soldaten auf 3,6 Hektar. Das VMS bietet auf 9,8 Hektar Wartungsgebäude, Werkstatt, Verwaltungsgebäude und Lagerhalle. Dazu kommt eine Betonfläche als Stellplatz für die Fahrzeuge der Armee-Einheiten.

Weil für die Bauten rund zehn Hektar Kiefernwald nahe eines Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) und eines Vogelschutzgebietes gerodet werden müssen, geht der Bau nicht ohne Auswirkung auf die Natur des Übungsplatzes ab. Tier- und Pflanzenwelt auf dem Gelände sind einzigartig in der Region. 2017 hat das US-Verteidigungsministerium die Umweltabteilung der Garnison Bavaria als die beste der gesamten Streitkräfte ausgezeichnet.

Eine Umweltverträglichkeitsprüfung kommt jedoch zu dem Schluss, dass dies auch nach den Bauprojekten so bleiben kann. Zwar sei bei Bau und Betrieb "mit relevanten Projektwirkungen auf die Umwelt" zu rechnen. Vor allem die Flächenversiegelung mache sich bemerkbar. Außerdem sei mit "Beeinträchtigung von Tieren und Pflanzen mit ihren Lebensräumen" zu rechnen.

"Besonders schwerwiegende, mit den Zielen der Raumordnung und der Umweltvorsorge nicht vereinbare Beeinträchtigungen sind dabei jedoch nicht gegeben", heißt es in der Zusammenfassung des Prüfungsergebnisses. "Bei Zugrundelegung der Ergebnisse aus den FFH-Verträglichkeitsstudien und den Artenschutzbeiträgen wird von einer Verträglichkeit des Projekts mit den Erhaltungszielen der FFH-Gebiete ausgegangen", schließt der Bericht.

Allerdings sind dafür Ausgleichsmaßnahmen nötig. Für das VMS sind rund 16,5 für das TSC knapp 4 Hektar Ausgleichsfläche vorgesehen. "Der Verlust an Kiefernforstflächen wird über verschiedene Maßnahmen auf dem US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr durch Aufforstungen mit heimischen Laubbäumen ersetzt", erklärt die Pressestelle der US-Garnison auf Nachfrage.

"In diesem Verfahren werden deutsche Umweltgesetze umfassend berücksichtigt", betont Garnisons-Sprecher Franz Zeilmann. "Wegen der erforderlichen Waldrodung erfolgt ein Waldumwandlungsverfahren." Die Eingriffe in die Natur werden demnach durch "Artenschutz-, Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen vollständig kompensiert."

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