US-Heer verzichtet auf Flugkorridore - Erleichterung im Landkreis
Drohnen nur über Übungsplätzen

Diese Drohne vom Typ MQ-5B "Hunter" rollt in der US-Heeresgarnison Hohenfels (Kreis Neumarkt) Richtung Startbahn. Das unbemannte Flugsystem wird seit mehr als einem Jahrzehnt auf dem gleichnamigen Truppenübungsplatz bei Manövern der Amerikaner und ihrer Partner genutzt. Die Maschinen gehören zu der in Hohenfels stationierten Kompanie der 66. US-Heeresnachrichtendienstbrigade aus Wiesbaden. Bild: Christian Marquardt/US-Heer
Politik
Grafenwöhr
20.08.2014
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Oberpfälzer Kommunalpolitiker und Bürger sind über den Verzicht der US-Armee auf Drohnenflüge außerhalb der Truppenübungsplätze Hohenfels und Grafenwöhr erleichtert. "Ich bin froh", sagte der Landrat von Amberg-Sulzbach, Richard Reisinger, am Mittwoch. Gut ein Jahr hatten Politiker und Bürger gegen die amerikanischen Pläne protestiert, die Drohnen in zwei Luftkorridoren zwischen den Militärarealen zu überführen. Das US-Heer will nun mit dem Verzicht auf die Überführungsflüge die Sorgen der deutschen Bevölkerung ernst nehmen.

"Wir achten die Bedenken der deutschen Bevölkerung wegen des Persönlichkeitsschutzes", sagte Oberstleutnant Brian F. Carlin, Sprecher des Gemeinsamen Multinationalen Trainingskommandos (JMTC) des US-Heeres in Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) am Mittwoch zu unserer Zeitung. "Wir haben den Korridor bisher nicht genutzt, und wir planen auch nicht, den Korridor zu benutzen", betonte der Oberstleutnant. Er machte deutlich, dass der US-Armee an einem guten Verhältnis zu den Deutschen gelegen ist.

Daten nicht offengelegt

Zudem sagte der US-Offizier: "Wir respektieren die Wünsche des deutschen Verteidigungsministeriums." Dieses hatte für eine luftrechtliche Genehmigung der Flüge Angaben zu den technischen Daten der Drohnen vom Typ MQ-5B "Hunter" gefordert. Diese wollte das Herstellerunternehmen nicht offenlegen. "Das ist eine Angelegenheit zwischen dem Hersteller und dem US-Verteidigungsministerium."

Aus Sicht der Luftwaffe bestehen die Flugkorridore weiterhin, auch wenn die US-Armee betont, diese nicht nutzen zu wollen. Der Vertrag sei von der US-Seite nicht gekündigt worden, sagte Hauptmann Christian Schneider vom Pressezentrum der Luftwaffe in Berlin zu unserer Zeitung. Eine Kündigung durch Deutschland sei nicht geplant. "Wir gehen davon aus, dass die Amerikaner den Korridor weiter benutzen wollen", sagte Hauptmann Schneider. Er machte aber auch deutlich, dass es "derzeit kein Fluggerät gibt, das eine deutsche Luftzulassung hat, das den Korridor benutzen könnte".

Die Hunter-Drohnen werden wie bisher nur über den Truppenübungsplätzen fliegen. Dort werden auch die deutlich kleineren unbemannten Systeme vom Typ "Raven" und "Shadow" verwendet. Die Flüge zwischen den Übungsplätzen sollten ausschließlich der Überführung dienen, um Zeit und Kosten zu sparen. Nun muss die Hunter-Drohne weiterhin zerlegt und mit dem Lastwagen transportiert werden.

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Informationen zur Vorgeschichte:

http://www.oberpfalznetz.de/drohnen
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