Was tun gegen Spielermangel im Nachwuchsfußball
JFG ade ?

Damit es im Fußballnachwuchs klappt, müssen sich immer mehr Vereine etwas einfallen lassen. Den Königsweg hat noch keiner gefunden. Archivbild: sön
Sport
Grafenwöhr
21.08.2017
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Vor einigen Jahren als Zukunftsmodell für den Nachwuchsfußball geschaffen, bröckeln heute viele Jugendfördergemeischaften (JFG). Andere Vereine der Region haben gar nicht erst auf dieses Modell gesetzt.

Während sich andere Jugendfördergemeinschaften wieder aufgelöst haben, hält sich die JFG Haidenaabtal. Vor fünf bis zehn Jahren sollten die Zusammenschlüsse den Jugendfußball fit für die Zukunft machen. Ein Grund, weshalb dies nur bedingt funktioniert, könnte in der Bürokratie liegen. Ein eigenständiger, kleiner Vereins sei einfacher zu führen, vermutet der Jugendleiter der JFG Haidenaabtal, Stefan Brunner. Eine JFG braucht eine eigene Vereinsführung. Wenn man die gefunden hat, fühlen sie sich trotzdem noch ihrem Stammverein zugehörig, da komme es leicht zu Meinungsverschiedenheiten. Auch unter den Spielern zeige sich, dass die Identifikation mit einer JFG schwieriger wird. Dies führt dann dazu, dass sie den Fußball ganz aufgeben. Genau das versucht man mit einer JFG zu vermeiden.

Brunner sieht aber auch die Vorteile der Zusammenschlüsse. Zum Beispiel gibt es weniger bis gar keinen Spielermangel, was vor allem in den A-und B-Jugend wichtig ist. Die Zusammenfassung mehrerer Vereine bedeutet mehr Spieler, was dann auch das Spielen in höheren Ligen ermöglichen kann, sagt Brunner. Mehrere Teams je Altersklasse bieten zudem die Möglichkeit, die Spieler nach Talent und Interesse einzusetzen. So haben dann Hobby-Spieler die Möglichkeit auf ihrem Niveau zu spielen, genau wie die ambitionierten, nur die dann eben eine oder zwei Klassen höher.

Eine andere Möglichkeit dem demografischen Wandel zu begegnen sind Spielgemeinschaft: Diese gründen sich, wenn die Spielernot nur einzelne Jugendteams im Vereins betrifft. Dann gibt es die Möglichkeit sich in diesen Altersgruppen mit anderen Vereinen zusammen zu tun. Eine SG hat den Vorteil, dass sie kein eigenständiger Verein ist. Dies erspart viel Verwaltung und damit Aufwand und Zeit, so der Jugendleiter der JFG Haidenaabtal. Eine Spielgemeinschaft sei aber oft die Vorstufe zu einer JFG. "In einer JFG ist einfach eine engere Zusammenarbeit leichter möglich", so Brunner.

Doch nicht alle Vereine der Region sind auf Zusammenschlüsse angewiesen. Der SC Eschenbach stellt von der G- bis A-Jugend in allen Teams die Spieler selbst. Warum das so ist, kann sich auch SC-Jugendleiter Tobias Lehl nicht so ganz erklären. "Doch solange es so ist, ist es nicht nötig für uns, uns einer JFG anzuschließen.", steht für Lehl fest.

JFGEine Jugendfördergemeinschaft ist ein Zusammenschluss aus mehreren vorher eigenständigen Vereinen. Diese werden dann zu einem größeren Verein mit eigener Führungsebene, die sich aus den Mitgliedern der Stammvereine zusammensetzt. Eine JFG wird meistens gegründet, wenn in den einzelnen Vereinen Spielernot besteht, d.h. wenn keine vollständigen Mannschaften mehr gebildet werden können. Meistens betrifft das nur die Jugendmannschaften, weswegen sich eine JFG oft auch nur auf diese bezieht. Die Mannschaften der Erwachsenen bleiben meistens im Stammverein.
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