24.07.2017 - 20:10 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Annafest mit Novum Eigene Predigt für Kinder

Ausgerechnet. Am Tag, als nach wochenlangem Sonnenschein der Regen kam, war auf Grafenwöhrs "heiligem Berg" traditionell das Hochfest der heiligen Anna angesagt. Statt des Festgottesdienstes im Freien unter mächtigen Bäumen musste daher in das Gotteshaus ausgewichen werden.

Weil es regnete, musste in diesem Jahr der Festgottesdienst in das Gotteshaus auf dem Annaberg verlegt werden. Bild: az
von Autor AZProfil

Ein Novum: Um die Kinder mit der heiligen Anna und ihrem Ehemann Joachim vertraut zu machen, führten Gemeindereferentin Christine Gössl und Praktikant Christian Glaser die Mädchen und Buben separat in der Gruft am heiligen Grab in die Historie ein. Zur Eucharistiefeier der Erwachsenen kamen die Kinder dann wieder dazu. Das gab es bislang noch nie in Grafenwöhr.

Zelebrant Pfarrer Bernhard Müller hatte seine Predigt auf das heilige Paar ausgerichtet und dabei generell die Bedeutung von Eltern und Großeltern betont. In der Kirche würden Priester, Ordensleute, Bischöfe und Päpste als Heilige verehrt, ebenso aber auch Frauen, Mütter, Väter, Eltern aus der Mitte des Volkes. Sie hätten in gelungener Weise Christusnachfolge und ein hohes Ideal verwirklicht. So wie jeder Mensch, habe Jesu Mutter, Maria, Eltern gehabt. Ganz besondere Eltern.

Deshalb würden Joachim und Anna schon sehr früh in der Kirche verehrt. Durch deren liebevolle Erziehung sei Maria entscheidend geprägt und von Gott zur Mutter des Erlösers auserwählt worden. Laut kirchlicher Lehre sei Maria von Anfang an erwählt gewesen, Mutter des Erlösers zu werden. "Das Wunder der unbefleckten Empfängnis, dass Maria vom ersten Augenblick ihres Daseins Anteil haben durfte am Erlösungsgeschehen ihres Sohnes, dieses Wunder hat sich schon im Schoß der Mutter Mariens, Anna, ereignet", sagte der Pfarrer.

Das Annafest, so Müller weiter, solle in dankbarer und liebender Verbundenheit an die eigenen Eltern und Großeltern erinnern. Es sei insbesondere auch ein Ermutigungstag für Großeltern, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Etwa den Jungen Freiraum zu gewähren, sich nicht einzumischen, sie nicht zu bevormunden. In der Vermittlung von Werten und der Weitergabe des Glaubens könnten sie insofern Verantwortung übernehmen, wo Eltern "dies zu wenig tun oder können". Großeltern dürfte die Persönlichkeitsprägung ihrer Enkel nicht gleichgültig sein, machte der Priester deutlich. Müllers Resümee: "Das Leben der Heiligen macht uns Mut, der Gnade Gottes ein Gesicht zu geben."

Mit, wie man heraushörte, besonderer Inbrunst sangen die Gläubigen vor der Kommunionfeier: "Gib uns Frieden jeden Tag, lass uns nicht allein. Du hast uns dein Wort gegeben, stets bei uns zu sein. Denn nur du, unser Gott, hast die Menschen in der Hand, lass uns nicht allein."

Frauenbund und Kolping hatten mit Fahnenabordnungen dem Gottesdienst zudem ein festliches Gepräge verliehen. Mit beim Gottesdienst dabei waren auch die Schülerjahrgänge 1931/32 und 1951/52 sowie der kleine Bezirks-Posaunenchor unter Leitung von Karl Bäumler.

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