15.03.2017 - 16:51 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Ausstellung zu Sandgrasnelke und Lebensraum Sand im Kultur- und Militärmuseum Grafenwöhr "Es darf auch mal etwas wild sein"

Ein Ureinwohner Bayerns steht die nächsten zwei Monate im Kultur- und Militärmuseum im Mittelpunkt. Am Dienstag wurde dort die Sonderausstellung "Grafenwöhrer Strandschönheit - Sandgrasnelke" eröffnet.

Bürgermeister Edgar Knobloch (von links) und Landrat Andreas Meier freuen sich über die neue Sonderausstellung zur Sandgrasnelke. Bild: abu
von Angela BuchfelderProfil

"Die Sandgrasnelke ist ein Alleinstellungsmerkmal für Grafenwöhr", freute sich Bürgermeister Edgar Knobloch. Die Ausstellung - ein Projekt von Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, Stadt Grafenwöhr und Heimatverein - sei ein toller Abschluss des Projektes "Bayerns Ureinwohner". Die Sandgrasnelke würde oft belächelt, doch Artenschutz sei wichtig. Denn eine erhaltene Art sei auch für andere Arten die Grundlage, um zu überleben.

"Der Artenschutz verliert nie an Aktualität", betonte Landrat Andreas Meier. Umso wichtiger sei es, mit Ausstellungen wie dieser, die kleinen Dinge und Lebewesen ins Bewusstsein der Menschen zu holen. Der Mensch zerstöre die Natur und Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Als Beispiel nannte der Landrat den Flächenverbrauch durch Straßen, Bau- oder Gewerbegebiete. "Die Natur braucht den Menschen nicht, aber der Mensch die Natur", betonte Meier. Er rief die rund 50 Gäste auf, Werbung für die Sandgrasnelke zu machen. Der Vorsitzende des Heimatvereins, Willi Buchfelder, schloss sich an: "In unserer neuen Sonderausstellung wollen wir unsere Besucher auf diese Strandschönheit aufmerksam machen." Ein Ziel sei es, den Lebensraum dieser Ureinwohner zu schützen und weitere Standorte für sie zu schaffen.

Bei einem Gang durch die Ausstellung erklärte Diplombiologin Mathilde Müllner die Besonderheiten von Sand und Sandgrasnelke. Viele Kinder hätte noch nie einen Schmetterling oder eine Heuschrecke gesehen. Der Verlust des Lebensraumes Sand sei auch ein Verlust an Lebensqualität. Um dem Insektensterben entgegenzuwirken, sei es umso wichtiger, Lebensräume zu erhalten. Blühflächen könnten an Straßenrändern oder Ecken von Gewerbegebieten entstehen. "Es muss nicht immer alles grün und rund sein. Es darf auch mal etwas wild sein", erklärte die Biologin. Die Ausstellung "Grafenwöhrer Strandschönheit - Sandgrasnelke" bietet viele Informationen zur Sandgrasnelke und verschiedenen Insekten. Besucher können den Lebensraum Sand mit allen Sinnen erleben. Ein Sandkasten, eine Hör- und eine Fühlbar seien nicht nur für Kinder interessant, warb Müllner.

Weitere Informationen unter www.museum-grafenwoehr.de

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