23.10.2017 - 18:02 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Bombe in Grafenwöhr: Baggerfahrer erzählt von Fund Sprengkörper statt Stein

Martin Süß will vergangenen Mittwoch nur einen Schacht ausheben. Fertig wird er nicht, eine Fliegerbombe kommt dazwischen - für ihn nicht das erste Mal.

Ein Baggerfahrer macht am vergangenen Mittwoch im wahrsten Sinne des Wortes einen Bombenfund: Als er einen Schacht ausheben will, stößt er auf einen Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg. Bild: mor
von Marion Espach Kontakt Profil

Der 27-Jährige hat nicht nur auf der Baustelle in der Neuen Amberger Straße in Grafenwöhr einen Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, sondern auch schon in Bremen und Hamburg. "Wobei es in der Hansestadt nicht bei dem einen geblieben war. Bei der Entschärfung kamen noch 36 weitere zutage", erinnert er sich.

Besonders überrascht war Süß von dem Fund in Grafenwöhr nicht. "Es ist ja bekannt, dass sich in Bereichen, über denen früher Bomben abgeworfen wurden, noch Sprengkörper befinden können." Trotzdem kam bei Süß und den Mitarbeitern des Bauunternehmens Sax und Klee aus Mannheim Panik auf, als sie erkannten, was sie da ausgegraben hatten. "Wir dachten zuerst, es sei ein Stein." Erst auf den zweiten Blick sei ihnen aufgefallen, dass es eine 75 Kilo schwere Fliegerbombe war. Was man dann macht? "Natürlich die Polizei alarmieren. Die leiten den Rest in die Wege", sagt Süß und lacht. Mehr könne man selbst nicht machen.

Danach ging alles schnell: Kräfte der US-Armee inspizierten den Fund und ein Kampfmittelräumtrupp aus Feucht rückte an. Nachdem der Bereich rund um den Fundort evakuiert worden war, konnte die Entschärfung beginnen. Um 20.06 Uhr war die Sache erledigt - früher, als Süß und seine Kollegen Feierabend gehabt hätten. Denn Bombe, Evakuierung und Entschärfung hin oder her, bis 21 Uhr hatten die Angestellten Anwesenheitspflicht. Die wurde auch überprüft: "Wir mussten telefonisch Rückmeldung geben", erklärt Süß.

An dem Schacht konnte der 27-Jährige erst am nächsten Tag weiterarbeiten. Bis ihm vielleicht die nächste Bombe in die Quere kommt - und die wartet bestimmt irgendwo.

Wir dachten zuerst, es sei ein Stein.Baggerfahrer Martin Süß

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