12.02.2018 - 20:00 Uhr
Grafenwöhr

Der Grafenwöhrer Maximilian Böhm tritt im Mai mit seinem Team bei der Europa-Orient-Rallye an Abenteuer für guten Zweck

In drei Wochen von Straßburg nach Amman: Der Grafenwöhrer Maximilian Böhm tritt im Mai mit seinem Team bei der Europa-Orient-Rallye an - ein ganz besonderes Abenteuer.

Maximilian Böhm in Misfat al Abriyyin im Oman. Bild: exb
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Seit acht Jahren verfolgt Maximilian Böhm die jährliche Rallye. "Ein Freund hat mich dann überzeugt, mitzumachen. Daraufhin habe ich einige Leute zusammengetrommelt und ein Sechs-Mann-Team angemeldet", erzählt er. "Wir fahren mit drei Autos, zwei pro Fahrzeug. Es erleichtert die Reise enorm, wenn man einen Beifahrer hat", sagt der Grafenwöhrer. "Wir sind alle um die 30 Jahre alt. Das muss man machen, bevor die Familienplanung losgeht, sonst macht man es nicht mehr. Zudem ist es für einen guten Zweck", erklärt er die Motivation, an dem Projekt teilzunehmen.

Dass es keine einfache Reise wird, steht schon jetzt fest. Die Europa-Orient-Rallye hat einige besondere Regeln. Zum Beispiel dürfen die Fahrzeuge höchstens 1111 Euro kosten, und es wird ohne Navigationssystem gefahren. Auf der dreiwöchigen Reise über den Balkan, durch die Türkei und Israel nach Jordanien müssen die Teams zudem verschiedene Aufgaben erledigen. Deswegen steht die Route nicht fest. "Wir sind gerade dabei, aktuelles Kartenmaterial für den Balkan und die Türkei zu sammeln", erzählt Böhm.

Bei dem Abenteuer begleiten ihn vier Freunde und ehemalige Studienkollegen. Die Aufgaben sind bereits verteilt: Torben Heyen kümmert sich um die Finanzen, Alexander Merk und Jakob Jung sind für die Fahrzeuge und die Ersatzteile verantwortlich. Stefan Merk sorgt für Sponsoren und den Social-Media-Auftritt, Maximilian Böhm übernimmt die Organisation und die Streckenplanung. Einen Namen hat das Team bereits: "Wandering Otters". "Otter sind tolle Tiere und sehr intelligent. 'Wandering' kann übersetzt 'herumwandern' oder 'herumirren' heißen. Das fanden wir ganz passend", sagt der 31-Jährige. In seiner Freizeit ist er oft in der Natur beim Wandern, Bergsteigen oder Angeln und verbringt dabei auch mal eine Nacht im Zelt. "Ich hoffe auf tolle Erfahrungen. Spannend wird es, wenn wir improvisieren müssen, falls mal etwas nicht so klappt wie geplant", gibt er sich abenteuerlustig. Die Gegend um Jordanien kennt Böhm von privaten Reisen: Er war bereits in Kuwait, in Dubai und im Oman. "Wir wollen auch ein wenig zur Völkerverständigung beitragen. Gerade in der heutigen Zeit ist das wichtig", betont er.

Sicherheit geht aber vor, deswegen werden die Teams in der Türkei in bewachten Fahrerlagern schlafen und auch mit einer Fähre nach Israel übersetzen. Eine Fahrt durch Syrien ist wegen der derzeitigen Lage dort nicht möglich. Durch Palästina werden die Fahrer voraussichtlich von einem Militärkonvoy begleitet. Der Grafenwöhrer macht sich aber keine Sorgen: "Bisher ist bei dieser Rallye nichts passiert. Die Menschen dort sind eigentlich immer gastfreundlich - mehr als in Deutschland."

Billig wird das Abenteuer nicht, weshalb sich die fünf Männer für ein Sponsoren-Modell entschieden haben. Autokauf, Versicherungen, Visa, Ersatzteile und Flüge stehen beispielsweise als Ausgaben fest. Im Fokus steht der gute Zweck: Denn in Jordanien werden die Autos versteigert und das Geld gespendet. "Zusätzlich haben wir entschieden, an ein SOS-Kinderdorf in Amman zu spenden. Dort wollen wir auch hinfahren", kündigt Böhm an.

___

Weitere Informationen:

www.wandering-otters.de

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.