29.04.2018 - 19:14 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Elfriede Krapf liest im Kultur- und Militärmuseum Die gute alte Zeit in Haag

Viele Erinnerungen hat Elfriede Krapf an ihr Zuhause in Haag - einst ein blühender Ort im Grafenwöhrer Truppenübungsplatz. Vor 80 Jahrenmussten die Haager 1938 ihr Dorf für die Erweiterung des Truppenübungsplatzes für immer verlassen. Am Samstag lauschten rund 40 Besucher anlässlich des Jahrestags der 94-Jährigen bei einer Lesung im Kultur- und Militärmuseum.

Elfriede Krapf (rechts) mit ihrer Betreuerin Christa Versch, welche die längeren Textpassagen für die Autorin übernimmt. Bild: abu
von Angela BuchfelderProfil

Krapfs Betreuerin Christa Versch las für die Seniorin, die viele Erinnerungen niedergeschrieben hat, die langen Textpassagen. "Der Name ,Haag' ist nur auf zwei Gedenktafeln geblieben," beginnt die ehemalige Lehrerin ihre Lesung, "Gebüsch wuchert am Rand der Straße, wo früher Häuser standen, nur der Friedhof ist bis heute erhalten." Haag war mit 400 Einwohnern eines der bedeutendsten Dörfer der Gegend, und dank der alten Reichsstraße waren viele berühmte Persönlichkeiten im Ort. Krapf nennt neben dem Bamberger König Heinrich II. auch König Friedrich II. Barbarossa, der sechs Monate im Haag war.

In ihrem Buch erzählt sie Geschichten aus der Zeit, um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert, als Haag eine Blütezeit erlebte. Martin Besold, Krapfs Großvater, war zu dieser Zeit der Bürgermeister in Haag. Es geht um den Pfarrer, den Lehrer und natürlich den Bürgermeister. Krapf erzählt von einer Silvesternacht, die einigen Haagern nicht ganz geheuer war, weil eine Wahrsagerin den Weltuntergang vorhergesagt hatte. Die Zuhören erfuhren auch von einem Bischofsbesuch in Haag, bei dem es zu einem Problem bei der Begrüßung kam und von der Beichtzettelkontrolle des Pfarrers, die Grund dafür war, dass die "Grüner-Mutter" gleich drei Mal zur Osterbeichte ging.

Eine Vorstellung vom Ort bekommen die Zuhörer in einer Bilderschau. Krapf erklärt die Häuser und Straßen, die Gasthäuser und die Familien des Ortes. Auf einem Bild sitzt ein junges Mädchen vor einem Haus. "Mittlerweile ist sie erwachsen geworden", so Krapf, "und sie ist heute extra gekommen: die letzte noch lebende Enkelin des Dohlers", die bei der Lesung in der ersten Reine saß.

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