26.11.2017 - 20:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Erste Zwischenbilanz nach der Modernisierung der Schule Schule ist digital gerüstet

Die Zukunft der Grafenwöhrer Grund- und Mittelschule ist digital. Zukunftsweisende Formen des Lernens stehen im Mittelpunkt einer ersten Zwischenbilanz von Rektor Thomas Schmidt nach der gründlichen Modernisierung der Schule. Zu diesem Anlass haben sich Bürgermeister und Stadtrat den besten Lernort ausgesucht.

Rektor Thomas Schmidt. Bild: do
von Robert DotzauerProfil

Die Digitalisierung hat nahezu alle Lebensbereiche erfasst. Das betrifft auch die Schule. Digitalisierung ist sowohl Gegenstand von Bildung als auch Werkzeug im Bildungsprozess. "Ob Schüler oder Lehrer, wir müssen lernen, uns in der digitalen Schule zurechtzufinden", betonte Rektor Thomas Schmidt vor dem versammelten Rat im Bildungstempel der Stadt. Davon, die digitalen Medien im Unterricht gewinnbringend einzusetzen, handelte ein Großteil des Erfahrungsberichtes des Schulleiters nach einem Jahr Bildungsarbeit in frisch sanierter und modernisierter Umgebung.

Die Power-Point-Präsentation umschrieb der Rektor mit dem zukunftsweisenden Leitsatz der Schule: Inklusive, lösungsorientierte, interkulturelle, ästhetische Wertegemeinschaft in offener Lernlandschaft. Ein breites Bildungsfeld, das der Rektor in der Kürze der Zeit zu beackern versuchte. Schmidt bekannte sich ohne Wenn und Aber zu diesen Zielsetzungen mit Unterstützung digitaler Instrumente. "Und die haben wir in Grafenwöhr in Griff", urteilte der Rektor. Das lebenslange Lernen beginne bereits in der Schule. Und die sei mehr denn je gefordert, das bereits vorhandene digitale Konzept weiterzuentwickeln. Schmidt gab zu, dass es dabei besonders auf die Lehrerschaft ankomme. Mit Blick auf das digitale Medium Whiteboard an der Wand des Klassenzimmers warb er für eine Fortsetzung der digitalen Offensive.

Apps und Tablets

Die Vorstellungen des Rektors sind schon weit fortgeschritten. Einen Masterplan II mit Einführung eines digitalen Klassenzimmers ist geplant, und Lern-Apps, Tablets, Smartphones und interaktive Anwendungen zur Vernetzung der Schüler werden künftig den Unterricht mitbestimmen. Die Wege dazu sind bereits im Bau. Schmidt berichtete von intensiven Fortbildungsmaßnahmen der Lehrerschaft und kündigte für die Grafenwöhrer Schule ein spezielles Medienkonzept mit Teambildung an. Als motivierend für die Lehrkräfte nannte Schmidt auch die Ankündigung der Schulämter, die Medienkompetenz der Pädagogen in die dienstliche Beurteilung einfließen zu lassen.

Keinen Zweifel ließ der Schulleiter an der schon vorhandenen Qualität des Medieneinsatzes. Als Beispiele nannte er die installierten Whiteboards mit ihren vielen interaktiven Möglichkeiten und die Montage eines digitalen Schwarzen Bretts für Lehrkräfte, Schüler und Eltern. Als nächste Schritte nannte Schmidt den Aufbau der sogenannten MeBiS-Lernplattform und eines Digitalen Lehrerzimmers. Wichtig ist für den Rektor die künftige Systembetreuung. "Die notwendigen Netzwerkkenntnisse sind im Haus nicht mehr zu schultern", erklärte Schmidt. Sein Vorschlag ist ein Betreuungs- und Wartungsverbund mit mehreren Schulen, etwa im Bereich des Vierstädtedreiecks.

Ein befriedigendes Fazit zog der Schulchef für die Gesamtsituation an der Grund- und Mittelschule. Schmidt erläuterte die interne Evaluation und vermeldete eine volle Auslastung. Alle Wünsche und Vorstellungen des Personals seien erfüllt worden. Nur zu den übertriebenen Brandschutzanforderungen, so Schmidt, gab es einen Hilfeschrei. Das Brandschutzkonzept schmälere zum Beispiel die Flexibilität beim offenen Lernen. Dafür könne allerdings die Stadt nichts, stellte Schmidt klar und erteilte dem Gremium die Note eins. "Sie haben mit dieser Schule eine zukunftsweisende Vorreiterrolle übernommen." Es folgte eine kurze Vor- und Einführung der digitalen Einsatzmöglichkeiten des Whiteboard durch Klassenlehrerin Kerstin Heidrich.

Gut aufgestellt

Eine kurze Diskussion schloss sich an. Gerald Morgenstern gab die Verantwortung für die Systembetreuung an das Staatliche Schulamt weiter. Bürgermeister Edgar Knobloch verwies an frühere "Kundendienste" des Landratsamtes und urteilte: "Wir machen das schon richtig." Thomas Schopf empfahl eine Initiative durch die Lehrerschaft, und Josef Neubauer formulierte einen "Anschlag auf den Bürgermeister". Er nannte es eine bestechende Idee, im Vierstädtedreieck eine einheitliche Sprache zu finden und forderte den Rathauschef auf, mit allen Schulen die Bereitschaft zur Zusammenarbeit im digitalen Bereich abzuklären. Helmuth Wächter schlug dem Bürgermeister vor, einen Vorstoß in der nächsten landkreisweiten Bürgermeister-Versammlung zu unternehmen.

In der Schlussbemerkung warnte Schmidt vor Weltfremde. "Die Entwicklung der digitalen Bildung geht rasend schnell. Sich auf dem guten Niveau auszuruhen, bedeutet Rückschritt." Insgesamt betrachtet sei die Grund- und Mittelschule in den nächsten 20 Jahren gut aufgestellt, fasste Knobloch die Debatte zusammen. Die Einladung, eine Unterrichtsstunde mitzuerleben, nahm das Gremium begeistert an.

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