22.05.2018 - 20:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Feier des ökumenischen Pfingstgottesdienstes in der Mariä-Himmelfahrtskirche Gemeinsam die Melodie Jesu Christi spielen

Feier des ökumenischen Pfingstgottesdienstes in der Mariä-Himmelfahrtskirche - Gemeinsamkeiten zweier Konfessionen verdeutlichen

Mit zwei Holzbalken wird in dem ökumenischen Pfingstgottesdienst ein Kreuz gebildet - als Symbol, dass Katholiken und evangelische Gläubige dennoch viele Gemeinsamkeiten haben. Bild: rgr
von Renate GradlProfil

Pfingsten bedeutet Wirken und Veränderung von Gott in unserem Leben. Gebraucht werden Menschen, die sich auf den Geist Gottes einlassen und ihn lebendig werden lassen. Beim ökumenischen Pfingstgottesdienst wurde auch die Trennung der Konfessionen, aber auch das Zusammengehörigkeitsgefühl deutlich. Wieder einmal konnte der ökumenische Gottesdienst nicht im Freien - wie geplant auf dem Schönberg - gefeiert werden, sondern musste in die Mariä-Himmelfahrtskirche verlegt werden. "Vielleicht sind es ja Freudentränen, die der Himmel weint, weil die Ökumene in Grafenwöhr sehr gut ist", meinte Pfarrer Dr. André Fischer zu Beginn.

Selbst die Konfirmation wurde in der katholischen Kirche gefeiert. Dafür bedankte sich der evangelische Pfarrer und überreichte Stephan Wolf ein Geschenk für den Pfarrgemeinderat. Danach machten Gemeindereferentin Christine Gößl und Ursula Grafe deutlich, dass es viele Gemeinsamkeiten auf katholischer wie auf evangelischer Seite gibt, obwohl die Konfessionen getrennt sind. Dabei tut jeder - auf seine Weise - dasselbe, ob es sich um die Taufe, das Wort Gottes, das Beten, Singen, Glauben, Predigen und Mahl halten geht. Jesus hat uns durch seinen Tod am Kreuz erlöst. Gößl hielt den Balken, auf dem "katholisch" stand, Grafe den mit dem Wort "evangelisch". Diese Balken wurden zu einem Kreuz zusammengefügt, damit das christliche Zeichen entstand. "Es zeigt uns eindrucksvoll, dass die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten zusammengehören und sich gegenseitig ergänzen", sagte Pfarrer Bernhard Müller. Symbolisch führte der katholische Pfarrer mit seiner Flöte in drei Schritten zu Gott hin.

"Man kann die Flöte herumliegen und verstauben lassen. Dann bleibt sie stumm, wertlos und tot. Erst wenn hinein geblasen wird, wird die Flöte durch den Hauch des menschlichen Atems lebendig sowie mit einer Melodie kostbar", erklärte Müller. Dies sei bei den Menschen nicht anders. Auch die Jünger Jesu waren am ersten Pfingstfest starr vor Angst und gaben keinen Laut von sich. Erst, als sie sich vom Geist Gottes anhauchen ließen, wurden sie lebendig und wertvoll für andere. Auch heute gebe es Menschen, denen vor Sorgen und Angst die Luft ausgeht. Bei der Flöte ist es wichtig, dass sie eine Melodie spielt, die auch harmonisch klingen muss. Das gleiche gilt für die Menschen.

"Wenn wir in unseren Beziehungen zueinander noch Belastungen und gegenseitiges Nichtverstehen wahrnehmen, dann müssen wir umso mehr das Gemeinsame suchen: das Beten, das Gottesdienstfeiern, das gemeinsame Sprechen in der Öffentlichkeit und Aktionen. Nur so kann der Geist der Einheit, den Jesus in seiner Kirche gestiftet hat, in der Welt von heute sichtbar werden. Wir müssen uns dem Geist Gottes öffnen und ihm die Chance geben, in uns zu wirken", bekräftigte der Pfarrer.

In einer Welt voller Egoisten, Gleichmacherei, Streit, Grausamkeit und Angst braucht es Menschen, die die Melodie Christi spielen, um den Geist der Einheit lebendig werden zu lassen.

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