Fleißige Feuerwehr

Dass die Feuerwehr einen hohen Stellenwert in der Stadt Grafenwöhr besitzt, zeigte sich an der Teilnehmerzahl bei der Jahreshauptversammlung. Bilder: xri (2)
Vermischtes
Grafenwöhr
20.03.2017
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Kommandant und Vorsitzender Alexander Richter.

"Die Aktiven der Feuerwehr haben Großartiges geleistet", zeigte sich Kommandant Alexander Richter in der Jahreshauptversammlung beeindruckt. Knapp 75 Mitglieder und Gäste hörten von ihm beeindruckende Zahlen.

53 Feuerwehrdienstleistende und 10 jugendliche Feuerwehranwärter leisteten 4235 Stunden. Bei den 110 Einsätzen wurden 57 Personen betreut und versorgt, 4 Personen gerettet. Die Stunden gliedern sich in 1835 Einsatz-, 1300 Übungs- sowie 400 Arbeitsstunden für die Beschaffung des neuen Löschfahrzeugs auf. Hinzu kommen 700 geleistete Stunden der Jugendgruppe.

"Der Trend mit hohen Einsatzzahlen hält auch weiterhin an", stellte der Kommandant fest. Ausrücken mussten die Floriansjünger zu 31 Brandeinsätzen. Zwei Großbrände, ein Mittelbrand sowie fünf Kleinbrände forderten die Aktiven. Von 17 Fehlalarmen waren 15 auf Brandmeldeanlagen zurückzuführen. Zwei Mal war ein blinder Alarm (Irrtum des Meldenden) zu verzeichnen, zwei Mal war der Brand bei Eintreffen der Feuerwehr bereits gelöscht. Ein Mal wurden die Floriansjünger zu einer Brandnachschau alarmiert. Drei Mal war der Einsatz nicht mehr erforderlich und die Wehr wurde abbestellt.

Dienst bis 65 Jahre

Bei 58 Einsätzen im Bereich der technischen Hilfeleistung mussten die Feuerwehrmänner tätig werden: Haupteinsatzgründe waren zehn Verkehrsunfälle sowie zehn Insektenbeseitigungen. Sieben Ölspuren sowie zwei Türöffnungen und zwei Sturmschäden schlugen zu Buche. Ferner musste bei drei Wasserrohrbrüchen Hilfe geleistet werden. Richter erinnerte an die Großbrände in der Eichendorffstraße sowie in Pressath. Er nannte die zwei Gefahrgutaustritte in Eschenbach. "Einsätze, bei denen spezielle Gerätschaften benötigt werden, werden uns auch in Zukunft fordern", stellte er fest.

Neben den Einsätzen leisteten die Aktiven bei der Ausbildung einen immensen Zeitaufwand. Bei über 50 Übungen vertieften die Mitglieder das Know-How des Feuerwehrdienstes. 37 Aktive legten zusätzlich eine Leistungsprüfung ab. 20 Kameraden besuchten einen Lehrgang oder eine Ausbildungsveranstaltung in der Feuerwehrschule auf Landkreisebene oder besuchten das ganztägige Feuerwehrsymposium in München.

Richter berichtete von zahlreichen Schulungen und Evakuierungsübungen in Seniorenheimen, Kindergärten und Schulen. Zwei Mal wurde eine Rauchmelder- und Begrüßungsgeldübergabe organisiert.

Bürgermeister Edgar Knobloch wies in seinen Grußworten auf einige Änderungen im Feuerwehrgesetz hin. So könne man künftig bis 65 Jahre Feuerwehrdienst leisten. Auch ging er auf die geänderte Feuerwehrsatzung ein. "Ohne unsere Freiwilligen Feuerwehren geht gar nichts", betonte das Stadtoberhaupt.

Richter informierte über 275 Mitglieder: Sie gliedern sich in 51 Aktive, 10 Jugendliche in der Jugendgruppe, 33 passive sowie 142 fördernde Mitglieder. Dem Spielmannszug gehören 27 Musiker sowie 5 passive Mitglieder an.

Der Kommandant und Vorsitzende berichtete von zahlreichen Aktivitäten. "Wir waren wirklich bei allen Beerdigungen stark vertreten und konnten so unsere verstorbenen Mitglieder gebührend ehren und verabschieden." Lob sprach er der Jugendgruppe aus, die sich an zahlreichen Beerdigungen beteiligte. Richter lobte Markus Pfosch und Christian Simon, die bei fast allen Anlässen die Fahne der Wehr tragen.

Richter erinnerte an zahlreiche gemeinsame Stunden mit den Patenwehren aus Etzenricht und Speinshart. Mit über 5500 Euro unterstützte der Feuerwehrverein die aktive Wehr und schonte so die Stadtkasse. So wurden drei CO2-Warner, drei Alarmmonitore, ein Bildschirm, die Heckwarnbeklebung für das Tanklöschfahrzeug sowie ein Akkuschrauber angeschafft. Trotz der großen Ausgaben berichtete zweiter Vorsitzender Markus Englhardt von einer ausgewogenen Kassenführung. Dies bestätigte Kassenprüfer Herbert Barth.

Gäste aus der Nachbarschaft

Knobloch dankte den aktiven Feuerwehrlern, die wegen ihres Ehrenamts oft auf Familien und Freizeit verzichten müssten. Seinen Antrittsbesuch machte auch der neue Kreisbrandmeister Gerald Wölfl aus Kaltenbrunn. Er brachte Neuigkeiten rund ums Feuerwehrwesen mit und bat um gute Zusammenarbeit.

Neben den zahlreichen Mitgliedern informierten sich auch die Stadträte Gerhard Stümpfl, Thomas Schopf, Anita Heßler, Peter Lippiotta und Klaus Schmitsdorf über die Arbeit der Feuerwehr. Auch eine Abordnung aus Etzenricht mit zweitem Vorsitzenden Fabian Weidensteiner und zweitem Kommandant Thomas Feige sowie die Feuerwehr Speinshart mit Vorsitzendem Stefan Schedl an der Spitze folgten der Einladung. Gekommen war auch die Feuerwehr Gößenreuth um die Kommandanten Siegfried Regner und Andreas Kausler.

HintergrundKampf um Kosten

Grafenwöhr. (xri) "Ich muss feststellen, dass es um das Ehrenamt nicht so gutgestellt ist, wie man immer hört." Verärgert zeigte sich Kommandant Alexander Richter über immer mehr bürokratischen Aufwand, der auf den Rücken ehrenamtlicher Feuerwehrleute ausgetragen werde. Dies stelle man in allen Bereichen des Feuerwehrwesens fest. Angefangen von der Fahrzeug- und Gerätebeschaffung bis hin zum Einsatzdienst.

In einem konkreten Fall hatte sich eine Feuerwehrdienstleistende bei einem Einsatz verletzt. Mehr als drei Monate musste die Familie dann auf entfallene Lohnkosten warten. "Krankenkassen und Versicherungen streiten hin und her. Und sollte mal alles klar sein, dann sind die Sachbearbeiter im Urlaub oder Kollegen krank. Unterm Strich ist das ein nerviger Kampf, um zu ihrem Geld zu gelangen", zeigte sich Richter verärgert.

"Neue Wege gehen"

Grafenwöhr. (xri) Steigende Einsatzzahlen bei immer weniger Einsatzkräften. Allein die Feuerwehr Grafenwöhr musste 2016 bei 110 Einsätzen tätig werden. Insgesamt leiteten sie bei Einsätzen und Übungen und Verwaltung rund 4235 Stunden. Dies alles mit 53 Floriansjüngern.

Nachwuchsprobleme aber auch die Tatsache, dass sehr viele Feuerwehrleute beruflich nicht in ihrer Heimatgemeinde arbeiten, sind Herausforderungen der Feuerwehren deutschlandweit. Kommandant Alexander Richter möchte diesem Trend entgegenwirken.

Er appellierte in der Jahreshauptversammlung an Bürgermeister Edgar Knobloch und die Stadträte: "Um die Einsatzbereitschaft auch in den kommenden Jahren sicherstellen zu können, müssen wir neue Wege gehen." Konkret bat er die Gemeinde, die Bereitschaft zum Feuerwehrdienst bei Stellenausschreibungen fest in der Tätigkeitsbeschreibung niederzuschreiben.

Bei vielen Kommunen werde das schon umgesetzt. "Dies heißt nicht automatisch, dass nur noch ein Feuerwehrmann eingestellt werden kann. Es bedeutet nur, dass jeder, der auf dem Bauhof oder in der Verwaltung das Arbeiten anfängt, bereit sein sollte Feuerwehrdienst zu leisten."
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