22.03.2018 - 20:00 Uhr
Grafenwöhr

Gottesdienst für Straßenkinder Wie ein Schmetterling

Welch ein fröhlicher Anblick! Überall im Altarraum sind bunte Schmetterlinge. Es ist ja auch Familiengottesdienst angesagt. Kinder der Tagesstätte Sankt Theresia haben sie extra gebastelt und die Messe mitgestaltet.

Einfühlsame Lieder aus Kindermund: Der Kita-Chor gestaltete den Familiengottesdienst musikalisch mit. Bild: az
von Autor AZProfil

Genauer gesagt, die Vorschulkinder "Schlaue Füchse" und die Vor-Vorschulkinder "Schlaue Hasen". Unter Musik und Gesang, bunte Tücher schwenkend, zogen sie mit den Erzieherinnen in die Friedenskirche ein und hin zum Altar.

"Heute geht es um Schmetterlinge. Schmetterlinge stehen für Leichtigkeit, Fröhlichkeit, Verwandlung und Freude", erklärte Stadtpfarrer Bernhard Müller. Aber warum ging es einfach so um Schmetterlinge? Damit muss es doch etwas auf sich haben, hatten sich bestimmt einige Gläubige gefragt. Nach dem Evangelium erfuhren sie, eingebettet in einem kleinen Spiel, den Grund. "Wie die Schmetterlinge, sind auch Straßenkinder immer unterwegs. Deshalb ist der Schmetterling das Symbol für die indische Straßenkinder-Organisation ,Butterflies'. Hunderte Kinder gehören ihr an. Sie werden von Streetworkern betreut", erklärte ein Kind.

Diese Organisation stellten die "Schlauen Füchse" und "Schlauen Hasen" dann vor: Irgendwo in Neu-Delhi. Streetworker arbeiten mit den Kindern dort, wo sie leben: auf der Straße. Bis auf ein kleines Büro gibt es kein Haus, in dem die "Butterflies" wohnen könnten. Die Streetworker treffen sich mit den Kindern zu festen Zeiten an bestimmten Treffpunkten, den sogenannten Meeting-Points. Dann entsteht auf der Straße eine kleine Schule - die Kinder lernen Lesen, Schreiben, Rechnen und besprechen auch Probleme.

In einem "Bal Sabha", einem Kinderrat, wird auf ihre Anliegen eingegangen. Daraus entwickelten sich Ideen, wie ein Gesundheitsbus, in dem ein Arzt und eine Krankenschwester kranke Kinder behandeln, und ein Freizeitcamp, in dem monatliche Treffen von Kindern, Streetworkern und Mitarbeitern der "Butterflies" in einem Park stattfinden. "Es ist für die Kinder etwas Besonderes, einen Tag lang spielen zu können, ohne arbeiten zu müssen", hieß es. Anhand einer selbst entworfenen Wandzeitung für jeden Stadtteil der Millionenmetropole sollen andere Straßenkinder, aber auch die Bevölkerung, über die Situation der "Butterflies" informiert werden.

In einem Gabenzug legten Kita-Kinder Symbole wie Injektionsspritze, Kissen, Schultüte, Spielzeug, Brot und Wein vor den Altar und stellten dabei ihr eigenes wohlbehütetes Leben gegenüber. Die Spenden des Gottesdienstes waren für das Projekt "Butterflies" gedacht. Theresa Sollner, Theresa Schlosser und Christian Baumann begleiteten den Gesang des Kita-Chors instrumental.

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