13.03.2018 - 16:46 Uhr
Grafenwöhr

Große Töne

"Der Reservistenmusikzug Oberpfalz ist der klingende Beweis, was die Reserve alles kann", resümiert der Standortälteste, Oberstleutnant Florian Rommel, zum Benefizkonzert in Grafenwöhr. Märsche, Melodien und Gesang von Laura Ottilie Niebauer sind aber keinesfalls "Reserve", sondern bieten ein Konzert auf höchstem Niveau.

Ohne Gage spielt der Reservistenmusikzug Oberpfalz in Grafenwöhr. Die Spenden kommen dem neuen HvO-Auto und dem Bürgerverein im Vierstädtedreieck zugute. Bilder: mor (2)
von Autor MORProfil

"Seit über 100 Jahren gehört Militärmusik zur Soldatenstadt", kündigte Bürgermeister Edgar Knobloch am Sonntag die Musiker des Reservistenmusikzugs Oberpfalz vor rund 250 Zuhörern in der Stadthalle an. USAREUR-Band, Serenaden und Zapfenstreiche standen in Grafenwöhr schon auf dem Programm. 1928 brachten 400 Regimentsmusiker ihr klingendes Spiel nach Grafenwöhr.

Beim Benefizkonzert dagegen freute sich das Grafenwöhrer Stadtoberhaupt darüber, 50 Musiker, alle ehemalige Soldaten der Heeresmusik-Corps sowie zivile Mitarbeiter und Musiker, auf der Bühne begrüßen zu können. Stadtwappen und ein Übungsplatzbuch gab es für die Musiker zum Einstand. Leiter des 2013 gegründeten Reservistenmusikzugs ist der Stabsfeldwebel a. D. Christian Ziegler, der Bürgermeister der Gemeinde Fensterbach ist.

Wer nun meinte nur den Radetzkymarsch oder Preußens Gloria zu hören, der irrte. Majestätische Klänge der "Fanfare Festive" von Michael Geisler eröffneten das Konzert. Informativ und amüsant führten Anton Lottner und der Dirigent durch das Programm. Ziegler freute sich, eine bunte Combo von Heeres-, Luftwaffen- und Marine-Soldaten sowie Zivilisten und charmante Damen aufbieten zu können, ein Italiener verleihe dem Orchester gar internationalen Charakter. Zu hören waren im ersten Teil das von Edward Grieg komponierte Stück "March of the trolls", das Trompetensoli "My Dream" von Peter Leitner, die "Celtic Flutes" mit den Solisten Silvia Prechtl-Seitz und Steffen Weber, der "Fehrbelinger Reitermarsch" sowie "Klezmer Classics" von Johann Meij und der "Mussinan Marsch" von Carl Karl.

In der Pause bewirteten der Soldaten-Reservisten- und Kameradschaftsbund (SRK) sowie die Reservistenkameradschaft Grafenwöhr die Gäste. Kulturmanagerin Birgit Plößner, selbst Musikerin, knüpfte die Beziehungen zum Reservistenmusikzug und hatte die Organisation inne. Andalusische Klänge des Stücks "Alcazar" von Liano empfingen die Zuhörer nach der Pause. Als "Girl from die Oberpfalz" entführte die Sängerin Laura Ottilie Niebauer aus Teublitz die Zuhörer mit dem "Girl von Ipanema" nach Rio de Janeiro. Jazzige Töne schlug die Sängerin bei George Gershwins "Summertime" an.

Als Interpretin jidischer Kompositionen erwies sich Niebauer bei dem durch die Andrew Sisters bekanntgewordenen Swing-Stück "Bei mir bist Du schön". Die Bläser und das Orchester-Schlagwerk glänzten bei den Stücken "The great Locomotive Chase" und dem "Bolero" von Maurice Ravel. Aus Südtirol ließ der Reservistenmusikzug den "Defregger Marsch" erklingen.

Als Zugabe gab's den Luftwaffenmarsch "Mit vereinten Kräften" "auf's Ohr", wie Ziegler humorvoll ankündigte. "Stars und Stripes forever" waren der krönende Abschluss auch zur Ehren der amerikanischen Kameraden. Der Command Sergeant Major Michael Sutterfield und seine Frau Kelly vertraten die US-Armee. Beide lernten sich als Musiker in der High-School-Band kennen und genossen so die Militärmusik. Nicht nur mit Applaus, sondern auch mit Spenden für das neue HvO-Fahrzeug und den Bürgerverein im Vierstädtedreieck quittierten die Zuhörer das Benefizkonzert des Reservistenmusikzugs Oberpfalz, der sicher noch öfter in Grafenwöhr zu hören sein wird.

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