Heilpraktikerin Julia Kindl referiert im Mehrgenerationenhaus über Schlafstörungen
Für eine ruhige Nacht

Wenn man nachts keine Ruhe findet: Referentin Julia Kindl erklärt, wie Schlafstörungen entstehen und was Betroffene dagegen unternehmen können. Bild: rgr
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Grafenwöhr
17.10.2017
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Schlafentzug macht müde, schlapp, mürrisch und aggressiv. Auch das Immunsystem leidet darunter. Wir brauchen den Schlaf, um gesund zu bleiben. Doch was ist zu tun, wenn Schlafstörungen auftreten?

Heilpraktikerin und Physiotherapeutin Julia Kindl aus Weiden ging auf Schlafstörungen ein und zeigte in ihrem Vortrag im Mehrgenerationenhaus Hilfen auf. Säuglinge schlafen 18 bis 20 Stunden am Tag. Bei den Erwachsenen liegen die Schlafphasen bei sechs bis acht Stunden täglich. Wenn man drei Nächte pro Woche nicht schlafen kann, wird von chronischer Schlafstörung gesprochen.

Melatonin macht müde und wird in der Dunkelheit produziert. Doch wenn das Hormonsystem ins Wanken gerät, passt alles andere nicht mehr. "Das Gehirn ist nachts extrem aktiv und auch Träume werden dabei verarbeitet", weiß die Referentin.

Ursachen für Schlafmangel können Schnarchen, Depressionen, Herz-Kreislauf-Probleme, Zähneknirschen, Schilddrüsenerkrankungen, Demenz und vieles mehr sein. Wichtig sei eine Anamnese, körperlichen Untersuchungen und eventuell ein Aufenthalt im Schlaflabor. Aufpassen müsse man bei Schlafmitteln, damit diese nicht süchtig machen.

Kindl riet außerdem zu einer gesunden Schlafhygiene. Dabei ist nicht immer die teuerste Matratze gemeint, sondern die Belüftung des Schlafzimmers, um genügend Sauerstoff aufzunehmen. Beachtet sollten auch die Geräusch- und Lichtquellen werden. Elektrische Geräte sollten gemieden und Rollos nach Möglichkeit heruntergelassen werden. Wichtig seien auch Regelmäßigkeit und Rituale am Abend. "Schauen Sie am Abend lieber nicht so viel fern, sondern hören Sie lieber Musik", meinte die Rednerin. Qigong und Yoga entspannen, auch Tanzen wäre gut. Man könne auch Tee schlürfen, den Kopf warm halten, eventuell mit einer Haube (Schlafmütze) und sich über die Stirn streichen. Gähnen ist ein Schlafhormon, bei dem der Schlaf angeregt wird.

Wenn die Gedanken einen nicht loslassen, sollte man immer einen Zettel mit Stift auf das Nachtkästchen legen und die Gedanken zu Papier bringen, damit sie aus dem Kopf gehen. Ein Hausmittel sei auch, sich selbst in den Schlaf zu wiegen. Anschließend probierten die Zuhörer Atemübungen mit tiefer Atmung aus.

Elisabeth Gottsche vom Mehrgenerationenhaus bedankte sich bei Julia Kindl für den Vortrag und für die Tipps in Punkto Schlafstörung.

Das Gehirn ist nachts extrem aktiv und auch Träume werden dabei verarbeitetHeilpraktikerin und Physiotherapeutin Julia Kindl
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