29.01.2018 - 14:16 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Interview mit der Kulturmanagerin Birgit Plößner "Nicht nachmachen, sondern neu schaffen"

Seit einem Jahr arbeitet Birgit Plößner in Grafenwöhr als Kulturmanagerin. Für die Stadt ist die Parksteinerin eine Bereicherung, unter anderem wegen ihres großen Erfahrungsschatzes.

Kulturmanagerin Birgit Plößner wird so schnell nicht langweilig. Für 2018 sind viele Projekte und Veranstaltungen geplant. Bild: abu
von Angela BuchfelderProfil

Plößner bringt Erfahrungen aus Stadtmarketing, Tourismus, Regionalmarketing und der Museumsarbeit bei der Tätigkeit für die Stadt und den Heimatverein mit ein. In einem Interview erzählt sie, was sie alles in den zwölf Monaten erlebt hat.

Frau Plößner, im Februar sind Sie bereits seit einem Jahr als Kulturmanagerin in Grafenwöhr. Wie war der Start, wie fällt Ihre erste Bilanz aus?

Birgit Plößner: Ich würde zusammenfassend sagen, es war turbulent, aber ich bin zufrieden. Viele Projekte waren bereits gestartet, da bin ich mit eingestiegen. Die neue Kulturausstellung im Museum ist sehr gut, da konnten wir anknüpfen und einiges fortführen. Wir bekommen immer wieder neuen Input und neue Exponate, die mit eingebaut werden müssen. Trotzdem konnte ich meine eigenen Ideen umsetzen. Bei der Elvis-Ausstellung haben wir lange gezweifelt und uns nicht ran getraut. Als dann alles halb vorbereitet war, wollten wir das dann auch durchziehen. Und letztendlich war es ein toller Erfolg. Auch die Öffentlichkeitsarbeit war und ist ein großer Punkt. Zusammen mit der Stadt wollen wir Elvis als Werbefigur etablieren. Doch das Museum bleibt ein Truppenübungsplatzmuseum, zu dem Elvis gehört. Wir sind kein Elvis-Museum.

Sie arbeiten für Stadt und Heimatverein gleichzeitig. Wie klappt das?

Das funktioniert sehr gut. Es war im Vorfeld klar und wurde auch so kommuniziert. Alle haben sich darauf eingelassen, denn es war für jeden Neuland. Ich persönlich habe schon in meinen zwei vorherigen Arbeitsstellen Erfahrungen gesammelt und kann meine Ideen einbringen. Das Wichtigste ist, dass sich die beiden Arbeitgeber verstehen. Wenn sie harmonieren, hat die Person dazwischen auch keine Probleme.

Was waren die größten Projekte im ersten Jahr?

Bei der Stadt war das die frisch sanierte Schönbergbühne. Es sollte endlich losgehen, aber trotzdem war die Inbetriebnahme noch viel Arbeit. Es gab kein Informationsmaterial und Haftungsvereinbarungen mussten erst erarbeitet werden. Wir haben die Veranstalter angesprochen, Bild- und Werbematerial ausgearbeitet. Auch eigene Ideen konnte ich einbringen, wie beispielsweise das Schlemmerkino. Mein Motto ist immer: Nicht nachmachen, sondern neu schaffen. Die Naturbühne ist einmalig, das kann uns so schnell keiner nachmachen. Freiluftkinos gibt es zwar auch andernorts, aber dieser Steinbruch ist schon etwas ganz Besonderes und das Schlemmerangebot dazu gibt es auch nirgendwo sonst. Beim Museum hat mich gefreut, dass viele Gruppen da waren. Da wurden manchmal schon die Führer knapp. An solchen Tagen wird es stressig, aber die positive Rückmeldung der Besucher entschädigt dafür. Einige Teilnehmer sind eher skeptisch, sind am Ende aber dann positiv überrascht, wie interessant es im Museum war. Da muss ich dann immer schmunzeln.

Welche neuen Projekte sind in Arbeit?

Es sind viele Projekte geplant, die nun alle vorbereitet und organisiert werden müssen, da läuft vieles parallel. Für das Museum haben wir zwei schöne Themen in diesem Jahr: die Erweiterung des Truppenübungsplatzes vor 80 Jahren mit den abgelösten Dörfern. Das greifen wir auf, weil es eine Möglichkeit ist, noch lebende Bewohner anzusprechen. Das Interesse ist auf jeden Fall da, das haben wir mit dem Buch von Frau Krapf über die Ortschaft Haag festgestellt. In den Startlöchern steht auch wieder Elvis. Heuer feiern wir 60-jähriges Jubiläum, dafür haben wir ein Elvisjahr ausgerufen. Wir holen dafür den King of Rock'n'Roll musikalisch nach Grafenwöhr, und zwar mit einem großen Konzert am 7. Juli. Dabei sind ein US-Oldtimertreffen und eine Rock-'n'-Roll-Tanzgruppe geplant. Abends tritt ein Elvis-Interpret auf, der 2016 einen europäischen Elvis-Wettbewerb gewonnen hat. Hier arbeiten wir eng mit der Elvis-Presley-Gesellschaft zusammen und wollen Fans aus ganz Deutschland ansprechen. Im September folgt dann eine neue Elvis-Ausstellung. Dafür befragen wir momentan Zeitzeugen, um Wissenslücken zu schließen. Da haben wir viele neue interessante Dinge erfahren. Das ist eine richtige Detektivarbeit, das finde ich spannend. Auch bei der Stadt sind viele Veranstaltungen geplant. Im März steht ein Benefizkonzert mit dem Reservistenmusikzug an, im April kommt ein koreanischer Frauenchor nach Grafenwöhr. Dieses Jahr ist auch 40-jähriges Waldbad-Jubiläum und das Bürgerfest steht an. Die Stadtführungen gehen offiziell an den Start. Dazu wird es eine Begleitbroschüre geben. Es wird also nicht langweilig.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen des Heimatvereins?

Ich bin wirklich positiv überrascht, denn das klappt sehr gut. Der Heimatverein ist ein aktiver Verein. An allen Ecken und Enden bringt sich jeder mit seinen Fähigkeiten ein, sei es die Arbeitstruppe, das Büroteam oder das Kassenpersonal. Das finde ich toll.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.