22.09.2017 - 20:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Lehrkräfte besuchen Burg Falkenberg Ohne Schüler unterwegs

Grafenwöhr/Pressath. Nahezu die komplette Lehrerschaft aus vier Schulstandorten unter einen Hut zu bringen, ist wahrlich keine leichte Aufgabe. Dies gelang jedoch bestens bei einer gemeinsamen Lehrerfortbildung mit heimatlichem und geschichtlichem Schwerpunkt. Mehr als 50 Lehrer aus den Grund- und Mittelschulen Pressath, Grafenwöhr, Eschenbach und Kirchenthumbach hatten sich deshalb zu einer Besichtigung der restaurierten Burg Falkenberg getroffen. Schließlich arbeitet man im Schulverbund schon seit längerem gut zusammen.

Die Lehrer aus Grafenwöhr, Pressath, Eschenbach und Kirchenthumbach ließen die Schüler dieses Mal zu Hause und gingen selbst auf Erkundungstour. Bild: nn
von Autor NNProfil

In zwei Gruppen, die von Bürgermeister Herbert Bauer und Peter Bork sachkundig geführt wurden, konnten sich die Pädagogen ein eindrucksvolles Bild von der überaus gelungenen Revitalisierung des jahrhundertealten Bauwerks machen. Erstmalig 1154 urkundlich erwähnt, wechselte die stolze Burg häufig den Besitzer, bis sie der Markt Falkenberg im Jahr 2009 kaufte.

Beim Besuch der zahlreichen historischen Räume, die in sechsjähriger Bauzeit mit erheblichem Millionenaufwand prächtig und stilgerecht renoviert worden waren, kamen die Pädagogen kaum aus dem Staunen heraus. Seit November 2015 erstrahlt die Burg in neuem Glanz und zieht zahlreiche Besucher aus nah und fern an. Ein großer Teil der restaurierten Räume beherbergt ein Museum.

Bei ihrem Rundgang konnten die Besucher die über 900-jährige Geschichte der imposanten Burg anschaulich nachvollziehen. Ein Raum ist Graf Friedrich Werner von der Schulenburg gewidmet, dessen Name untrennbar mit der Burg Falkenberg verbunden ist.

Schulenburg war ein bedeutender Diplomat während der Kaiserzeit, in der Weimarer Republik und später im Deutschen Reich. Er hatte das Bauwerk als Ruine 1936 vom Bayerischen Staat gekauft und bis 1939 wieder aufgebaut. Im Zusammenhang mit dem Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde Schulenburg am 10. November 1944 wegen Hochverrats hingerichtet. Bei einem kurzen Film konnten die Besucher sehr anschaulich das Leben des umgänglichen Grafen, der eigentlich auf der Burg Falkenberg seinen Lebensabend verbringen wollte, nachvollziehen.

Burg Falkenberg beherbergt heute zudem Räume für kulturelle und gastronomische Veranstaltungen, Seminare und Konferenzen, ein kleines Hotel mit acht Doppelzimmern sowie ein gern genutztes Trauungszimmer. Für einen barrierefreien Zugang wurde aufwendig ein 20 Meter hoher Schacht für einen Aufzug samt Treppenhaus in den Felsen gesprengt. Außerdem wurde ein Bauernhaus am Fuße der Burg zu einem Tagungszentrum mit mehr als 130 Plätzen umgebaut.

Konrektorin Eva-Maria Ficker aus Pressath, die die Veranstaltung organisiert hatte, bedankte sich auch im Namen der Lehrer bei Herbert Bauer und Peter Bork für die Führung mit Präsenten und Geldspenden für die Burg. Anschließend trafen sich die Lehrkräfte zu einer zünftigen Brotzeit im Traditionswirtshaus "Zum Roten Ochsen".

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