06.02.2018 - 20:00 Uhr
Grafenwöhr

Nachdenkliches Schweigen Grafenwöhrer Schüler besuchen KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg

Grafenwöhr/Flossenbürg. Es ist ein dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte: Mehr über die schlimme Zeit des Nationalsozialismus lernten die Schüler des St. Michaels-Werks in der Gedenkstätte Flossenbürg. Und das, was sie da hörten, ließ sie nachdenklich werden. Bei dem trüben Wetter konnten die Schüler die Kälte und Grausamkeit noch ein wenig mehr spüren, die die Häftlinge erfahren mussten.

Bei einem Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg bekamen die BVJ-Klassen Bau, Farbe und Holz einen kleinen Einblick in das Leid der Häftlinge. Die Lehrkräfte Johanna Rosner, Andreas Lohwasser, Steven Lang und Miriam Sperber begleiteten die Schüler. Bild: wrm
von Miriam SperberProfil

Die Klassen des Berufsvorbereitungsjahres Bau, Farbe und Holz hatten sich zuvor im Unterricht auf den Besuch der Gedenkstätte vorbereitet. Viel Wissen war bereits vom ehemaligen Geschichtsunterricht noch gegeben. "Dennoch ist es durchaus wichtig, die Geschichten vor Ort kennenzulernen", sagte Miriam Sperber, Studienrätin an der Berufsschule in Grafenwöhr. Zur Ergänzung des Sozialkunde- und Ethikunterrichts besuchten die BVJ-Klassen mit den Lehrkräften Johanna Rosner, Andreas Lohwasser, Steven Lang und Miriam Sperber deshalb die Gedenkstätte. In der Ausstellung wählten die Begleiterinnen dann einige für die Schüler interessante Schwerpunkte aus.

Beispielsweise betrachtete die Gruppe die Kleidung der Menschen, die im Konzentrationslager Flossenbürg untergebracht waren: ein dünnes Leinenhemd, das blauweiß gestreift war.

Außerdem trug jeder Gefangene eine Nummer am Arm, die er, egal welche Sprache er sprach, auf Deutsch immer wissen musste. Lang nach der Befreiung des Lagers wussten die Insassen ihre Nummer noch immer. Ein farbiges Dreieck kennzeichnete den Grund der Haft beispielsweise als Berufsverbrecher, Homosexueller, oder Bibelverbrecher.

Ab und zu lauschten die Schüler auch den individuellen Geschichten einiger Gefangener, wie die des kleinen Jungen, der sich zwischen den Wasserleitungen vor einem Todesmarsch versteckte. Jack Terry überlebte als jüngster Häftling das Konzentrationslager und ist nun mit seinen über 85 Jahren der Sprecher der ehemaligen Häftlinge von Flossenbürg. Ganz still waren die Jugendlichen dann beim Blick auf das "Tal des Todes" mit dem Krematorium und den Asche-Pyramiden. In einer kleinen Runde verarbeiteten sie nach dem Ausflug die Erlebnisse.

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