05.06.2017 - 20:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Ökumenischer Pfingstgottesdienst Frohe Botschaft schlägt Funken

Mit dem Pfingstfeuer will es in Grafenwöhr am Samstag nicht recht klappen. Das hat aber nichts mit dem symbolischen Feuer zu tun, das in der Kirche seit dem ersten Pfingstfest brennt.

von Renate GradlProfil

Grafenwöhr/Pressath. (rgr) Erst sollte das Pfingstfeuer am Samstag auf dem Schönberg brennen. Wegen einer anderen Veranstaltung dort wollte der Arbeitskreis "Ökumene" in den Museumshof ausweichen. Doch als dort alles vorbereitet war, begann es zu regnen. Deshalb brannte das Feuer dann doch in der alten Pfarrkirche - und auch dort sprühten Funken. "Es ist kein Abstieg, dass der ökumenische Pfingstgottesdienst in dieser Kirche gefeiert wird", betonte Pfarrer Bernhard Müller auch im Namen seines evangelischen Kollegen André Fischer. Der erklärte in seiner Predigt, was Pfingsten für ihn bedeutet.

Jesus habe seinen Jüngern versprochen, dass Gott den Heiligen Geist senden wird, "eine Kraft, die euch stark macht, damit ihr meine Worte bis ans Ende der Erde tragen könnt." Der Geist kam über sie wie ein brausender Sturm, durch Zungen wie von Feuer. Pfingsten sei der Geburtstag der Kirche. Das Evangelium bereite sich noch immer aus, betonte Fischer. "Morgen taufe ich zwei Iraner, die in Grafenwöhr leben", erklärte er. Das Ereignis in Jerusalem, die Ausbreitung des Heiligen Geistes in Sturm und Feuer hab etwas von einer Wunderkerze, sagte der Prediger, was zuvor Roswitha Schunk auch demonstriert hatte. Pfingsten sei das Fest des Heiligen Geistes, der beseelen, verwandeln, erneuern kann.

Der Geist beschenke mit Gaben, die mit Geld nicht zu kaufen sind. Er verbinde über die Grenzen von Geschmack, Kulturen und Sprache. "Die heilige Geistkraft möge auch heute wehen und rauschen, uns und unsere Kirchen öffnen, uns erneuern und Großes wagen lassen. Damit Wandlung und Erneuerung möglich werden." Pfingsten sei die Erfahrung, dass es weitergeht - nach Verzweiflung, Krankheit, Liebeskummer, Tod.

Wer Verlust erlebt hat, könne meist im Nachhinein nicht sagen, was ihn ins Leben zurück geholfen hat. "Er kann nur sagen, dass es ein Segen war, eine Kraft, die zurücklockt ins Leben", so Fischer. Pfingsten ist diese Kraft. Pfarrer Müller dankte abschließend dem Arbeitskreis "Ökumene", Organist Walter Thurn und dem Heimatverein um Vorsitzenden Wilhelm Buchfelder. Im Museum ging es bei Gebäck und Wein gemütlich weiter.

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