Pächter für Sportheime zu finden, ist schwierig
Kein leichtes Heim-Spiel

Das Sportheim in Grafenwöhr braucht einen neuen Wirt. Bild: rgr
Vermischtes
Grafenwöhr
12.10.2017
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Das Sportheim in Grafenwöhr braucht einen neuen Wirt. Bild: rgr

In Pressath und Grafenwöhr suchen die Vereine neue Pächter für ihr Sportheim. Doch der Spagat zwischen Sportgaststätte und Restaurant ist schwierig. Und dann gibt es da noch ein Problem.

Grafenwöhr/Pressath. "Schwierig ist der zweifelhafte Ruf, der Sportheimen anhaftet und Pächter abschreckt", erklärt Matthias Haberberger, Vorsitzender des SC Eschenbach. Damit meint er das Vorurteil, dass sich in diesen Lokalen nur die Sportler treffen, um gemeinsam zu trinken und zu feiern. "An diesem Image müssen die Vereine arbeiten und da sind wir in Eschenbach mit dem griechischen Restaurant auf einem guten Weg."

Gegen den schlechten Ruf wehrt sich auch Stelios Laros, der in Eschenbach mit dem griechischen Restaurant "Saloniki" im "SC-Stadion am Rußweiher" eingezogen ist. "Es stimmt schon, dass der Ruf von Sportgaststätten nicht so gut ist. Ich war anfangs auch skeptisch, inzwischen sehe ich aber kein Problem mehr." Es habe sich Einiges verändert. "Es ist nicht mehr wie früher, dass die Sportler nach jedem Training oder Spiel ins Sportheim gehen und feiern. Viele gehen einfach nach Hause." Ein ordentliches Restaurant an einem Sportplatz zu betreiben sei schon möglich.

Laufende Kosten decken

Dennoch fehlen einigen Sportheimen die Pächter. "Es ist nicht einfach, Sport und Gaststätte unter einen Hut zu bekommen", erklärt Josef Sirtl, Vorsitzender des TSV Pressath. Der Verein sucht nach einem neuen Pächter, der zum 1. Januar 2018 das Sportheim übernimmt. Auch die SV Grafenwöhr ist auf der Suche. "Wir sind auf der Suche nach einem erfahrenen Gastronom, der sich mit einem Restaurant in Grafenwöhr verwirklichen will", heißt es auf der Internetseite des Vereins. "Dieser Spagat zwischen Sportgaststätte und Restaurant ist nicht so leicht", weiß Thomas Reiter, Vorsitzender der SV Grafenwöhr. Sportler und Zuschauer müssen integriert werden, wollen sich nach den Trainingseinheiten oder den Spielen auf ein Getränk in die Gaststätte setzen können. Doch allein mit den Einnahmen durch die Sportler kann das Lokal nicht überleben. "Für Vereine mit größeren Lokalitäten ist das nicht zielführend. Wir haben ja laufende Kosten für das Sportheim, und die müssen gedeckt werden", erläutert Sirtl. Auch Haberberger gibt zu: "Es war nicht einfach, einen Nachfolger zu finden. Eine Zeit lang hatten wir keine Bewerber. Die Familie Laros war ein Glücksfall für uns."

Am Sportpark in Grafenwöhr versuchte sich zuletzt ein Steak-Haus. "Der Pächter ist daran gescheitert, dass er den Betrieb alleine führen musste, das war einfach nicht machbar", erklärt Reiter. Dabei sind die Voraussetzungen am Sportpark gut. Der Verein ist einer der größeren in der Region, die Stadt hat etwa 7000 Einwohner und bis zu 10 000 US-Amerikaner sind auf dem Truppenübungsplatz stationiert.

Eigenbetrieb keine Lösung

Reiter argumentiert: "Wenn die Lokalität ein wenig in Richtung des Geschmacks der US-Amerikaner geht, dann wird der neue Pächter eine Menge Gäste anlocken." Noch immer kämen Amerikaner zum Sportpark und fragen nach dem Steak-Haus, erzählt er.

Die Sportheime mit Hilfe von Vereinsmitgliedern zu betreiben sei keine Lösung, sind sich die Vorsitzenden einig, vor allem wenn die Lokalität so groß ist, wie in Grafenwöhr oder Pressath. "Das wäre zu viel Belastung", meint Reiter. Auch Sirtl stimmt zu: "Das kann nur eine Übergangslösung sein." Für ihn wäre ein Sportheim dann nur Mittel zum Zweck, öffnet nur nach dem Training oder an den Spieltagen.

Die Vorsitzenden aus Grafenwöhr und Pressath machen sich dennoch Hoffnungen. "Es gab schon ein paar Interessenten, aber noch nichts Konkretes", sagt Reiter. Sirtl erzählt zuversichtlich: "Wir hatten einige Gespräche. Die bisherige Pächterfamilie, die aus Altersgründen aufhört, hatte das Sportheim zwölf Jahre und hat dem Lokal einen guten Ruf verschafft." Ohne Unterstützung stehen die potenziellen neuen Pächter auch nicht da. "Am Ende muss es dem Verein und dem neuen Pächter gut gehen, deswegen ist eine enge Zusammenarbeit nur logisch", erklärt Sirtl.
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