26.03.2018 - 18:28 Uhr
Grafenwöhr

Polizei durchsucht Wohnhaus [Aktualisierung] Illegale Munition in Grafenwöhr gesprengt

Mit einem Streifzug durch den Truppenübungsplatz hat sich ein 42-jähriger Grafenwöhrer mehr Ärger eingehandelt, als ihm lieb sein dürfte. Nun stellt die Polizei mit Sondereinsatzkräften sein Haus auf den Kopf und wird fündig. Der Einsatz endet mit einem "Rums".

Die Zufahrt zu dem Anwesen in Grafenwöhr ist abgeriegelt. Seit Sonntagabend durchsucht die Polizei das Wohnhaus und den Garten auf Waffen und Munition. Bild: sne
von Anne Spitaler Kontakt Profil

Größerer Polizeieinsatz im Westen Grafenwöhrs: Im Visier der Beamten – ein Einfamilienhaus. Seit Sonntagabend ist das Anwesen abgeriegelt, Einsatzkräfte untersuchen das Wohnhaus und den Garten. Auch am Montagnachmittag läuft der Einsatz auf dem Grundstück noch. Konkret sind die Beamten auf der Suche nach Munition und Waffen. Das bestätigt Werner Stopfer, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Eschenbach, am Montag auf Nachfrage.

Der Auslöser für den Einsatz war ein illegaler Streifzug auf dem Truppenübungsplatz: Jagdaufseher der US-Armee hatten laut Stopfer den 42-Jährigen auf dem Gelände angesprochen und kontrolliert. Dabei stellten sie nicht nur fest, dass sich der Mann dort ohne Berechtigung aufhielt, sondern fanden bei ihm auch noch scharfe Munition – darunter Militär-Munition, „die er nicht haben dürfte, auch wenn er legal Waffen besitzt“, weiß der Polizeichef. „Dafür gibt es keinen Munitionserwerbsschein für Privatleute.“
Was der 42-Jährige auf dem Truppenübungsplatz vor hatte, darüber hat die Polizei am Montag noch keine Informationen. „Vielleicht Munition sammeln“, vermutet Stopfer. Für eine weitere Befragung wurde der Mann auf die Eschenbacher Polizeiwache gebracht, kurz darauf erließ die Staatsanwaltschaft Weiden einen Durchsuchungsbeschluss für das Anwesen in Grafenwöhr, in dem zwei Personen leben.

Bei der stundenlangen Durchsuchung fanden die Beamten, die von Spezialkräften aus München und der Kriminalpolizei Weiden unterstützt wurden, mehrere großkalibrige Munitionsteile, „die eine gewisse Brisanz haben“. Der 42-Jährige ist auch in Besitz von Waffen, allerdings legal, bestätigt Stopfer.

Der Grund für die Munitions-Sammlung ist noch unklar. „Wir sind gerade dabei, die Teile rechtlich zu bewerten“, informiert der Polizeichef. Die Experten aus München sollen dabei helfen. Welche Folgen der Fund für den 42-Jährigen hat, konnte Stopfer am Montagnachmittag nicht sagen, die Ermittlungen wegen Verstöße nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz laufen noch.

Während die Polizei zunächst davon ausging, dass der Einsatz keine weiteren Auswirkungen auf Anwohner habe, meldet sie gegen 17 Uhr, dass die Beamten um 15.45 Uhr zwei Nachbarhäuser evakuiert hatten, um gefährliche Munitionsteile in einer nahegelegenen Aue gezielt zu sprengen. Zwei Mal hat es „gerumst“, teilt Stopfer mit. Den Rest des Fundes nahmen die Kripo Weiden und die Spezialkräfte aus München zur Untersuchung mit.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp