20.08.2017 - 16:54 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Polizei ermittelt gegen amerikanischen Kampfhundehalter US-Soldat im Visier

Schlammersdorf/Grafenwöhr. Tausende Kilometer Luftlinie vom Tatort entfernt - und dennoch entkommt man einer Strafe nicht. Das bekommt vermutlich ein Amerikaner aus dem Gemeindebereich Grafenwöhr zu spüren, der sich momentan in einem Auslandseinsatz befindet. Die Polizei ermittelt gegen den Mann, der in der Truppenübungsplatz-Stadt unerlaubt Kampfhunde der Kategorie 1 gehalten haben soll. Das bestätigt Werner Stopfer, Leiter der Polizeiinspektion Eschenbach, auf Nachfrage.

Symbolbild
von Anne Spitaler Kontakt Profil

Die Beamten vermuten außerdem, dass der US-Soldat seine beiden Kampfhunde einfach ausgesetzt hat, bevor er zum Einsatz aufbrach. Die Tiere streunten mehrere Tage ohne Futter durch die Gegend und griffen am 29. Juli schließlich einen Chihuahua und einen Husky an, die mit ihrem Besitzer in den Abendstunden in Hammerletten in der Gemeinde Schlammersdorf spazieren gingen (wir berichteten).

Anzeige beim Landratsamt

Der Schlammersdorfer konnte die Angreifer in Schach halten und sie in eine Garage sperren, bis eine Polizeihundeführerin aus Weiden sich um die Vierbeiner kümmerte. Die anderen beiden Hunde mussten vom Tierarzt versorgt werden. Dass die Rüden der Rassen amerikanischer Staffordshire Terrier und Staffordshire Bullterrier andere Hunde bissen und so Kosten für den Tierarzt fällig wurden, ist das eine. Das andere ist, dass der Amerikaner überhaupt Kampfhunde der Kategorie 1 gehalten hat. "In Bayern sind diese Hunde verboten", berichtet Stopfer.

Das Problem sei jedoch, dass die Amerikaner nicht der deutschen Hundesteuerpflicht unterliegen. Die Soldaten seien aber verpflichtet, Kampfhunde der Kategorie 1 zumindest von der zuständigen Gemeinde genehmigen zu lassen, was in diesem Fall nicht geschehen ist. "Soweit mir bekannt ist, gibt es in Bayern aber auch keine Gemeinde, die das genehmigen würde", sagt Stopfer.

Militärpolizei forscht nach

Auf den Amerikaner kamen die Beamten mit Hilfe der Militärpolizei. Die forschte nach, ob Soldaten aus Grafenwöhr zu diesem Zeitpunkt Hunde dieser Rassen bei sich hatten, und die Polizisten stießen prompt auf den Amerikaner.

Erhärtet sich der Verdacht gegen den Mann weiter, erwartet ihn eine Anzeige beim Landratsamt wegen unerlaubten Haltens von Kampfhunden der Kategorie 1. Laut Stopfer soll der Soldat auch für die Tierarztkosten aufkommen. Die Polizei steht deshalb in Kontakt mit den amerikanischen Behörden, um den Fall abschließen zu können.

Terrier nicht mehr in Bayern

Die beiden Terrier wurden laut Stopfer nach Zwischenstationen im Tierheim Weiden und im Hundezentrum in Nürnberg mittlerweile in ein anderes Bundesland gebracht. Wohin genau, weiß er nicht, aber in einigen sei das Halten von derartigen Kampfhunden unter bestimmten Anforderungen erlaubt.

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