21.01.2018 - 20:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Sebastian-Tag in Grafenwöhr Fast 300 Jahre Vertrauen

287 hält sich die Stadt Grafenwöhr an ihr Gelübde: Am Samstag gedenkt wieder ein volles Gotteshaus dem Ehrentag des heiligen Sebastians. Pfarrer Wohlgut würde sich im Alltag der Stadt noch mehr Erinnerung wünschen.

Drei Priester feierten die Eucharistie: Stadtpfarrer Bernhard Müller, Ruhestandspfarrer Hans Bayer und Monsignore Karl Wohlgut (von links). Letzterer hielt die Festpredigt.
von Autor AZProfil

Seit 1731 begehen Stadt und Kirche den 20. Januar als Gelübdefeiertag des heiligen Sebastians. Er soll einst Grafenwöhr vor der Pest bewahrt haben. Beim Festgottesdienst in der Maria-Himmelfahrts-Kirche hatten Stadt, Behörden, Vereine, Schule, kirchliche Gremien und Bundeswehr Vertreter entsandt. So durfte Pfarrer Bernhard Müller viele Getreue begrüßen. Ein besonderes Willkommen galt Kreisheimatpflegerin Leonore Böhm, der die Wertschätzung des Gelübdefeiertages "ein großes Anliegen" sei. Mit Müller standen die Ruhestandspfarrer Hans Bayer und Monsignore Karl Wohlgut am Altar. Den evangelischen Pfarrer, André Fischer, musste Müller er in diesem Jahr entschuldigen. Der Pfarrer segnete die von der Stadt geschenkte Kerze zu Ehren des heiligen Sebastian.

Festprediger Karl Wohlgut ging einerseits auf die Suche nach Spuren des heiligen Sebastian. Zum anderen zeigte er die Bedeutung der Märtyrerverehrung in der Kirche auf und verwies auf die Arbeit von Augustinus zu Beginn des vierten Jahrhunderts. In dessen "Martyrologium" tauche auch der Name Sebastian auf. "Augustinus war ein Verehrer der Märtyrer. Er begeisterte sich für die einfachen Helden, die "die göttliche Wahrheit mit Blut besiegelten".

habe sich durch viele Generationen und Jahrhunderte das Gedenken an den frühchristlichen Märtyrer Sebastian bewahrt. Ansonsten sei die Stadt an Denkmälern und Erinnerungsstätten nicht gerade reich. Wenn er etwa durch die Wolf-Dietrich-Mayr-Straße gehe, erfasse ihn Staunen über deren gelungene Renovierung. "Doch mitten auf dem Platz steht ein roter Hydrant." Und er stellte die Frage: "Was wäre wenn hier eine Statue des heiligen Sebastian stünde?" Seine Antwort: "Der Patron unserer Stadt könnte von dem Vertrauen erzählen, das unsere Mitbewohner seit Generationen gegenüber dem römischen Offizier hegen." Sebastian stehe jedoch nicht allein auf den Altären der Alten Pfarrkirche. "Florian, Martin und Georg ergänzen die Runde der heiligen Soldaten in der Soldatenstadt Grafenwöhr." Der Prediger zitierte abschließend den emeritierten Papst Benedikt, der einmal geschrieben habe: "Die Zukunft der Kirche kann und wird auch heute nur aus der Kraft derer kommen, die tiefe Wurzeln haben und aus der reinen Fülle des Glaubens leben. Sie wird nicht von jenen kommen, die nur Rezepte machen, sich nur dem Augenblick anpassen. Die Zukunft der Kirche wird auch dieses Mal von den Heiligen neu geprägt werden."

Pfarrer Müller dankte der Kolpingsfamilie für die Organisation. Lektor Willi Buchfelder hatte Lesung und Fürbitten vorgetragen. Die Stadtkapelle unter Leitung von Hans Rettinger und mit Organist Ludwig Reichl an der Orgel, unterstrich die Würde des Festgottesdienstes. Mit einem "Vergelt's Gott dankte Pfarrer Müller allen, die zur Gestaltung von Gottesdienst und Festtag beigetragen haben. Die Familie Wolf hatte den Altarraum mit roten Nelken geschmückt. Der Gottesdienst klang aus mit dem Lied an die Gottesmutter "Segne, du Maria,".

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