Stadt und Stadtverband begehen Tag der Heimat
Unersetzbare Werte zerstört

Vermischtes
Grafenwöhr
12.09.2017
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"Die Heimat ist wohl das teuerste, was Menschen besitzen." Dieses Zitat von Friedrich Schiller gibt wahrscheinlich am ehesten das Gefühl wieder, das die deutschen Heimatvertriebenen jedes Jahr am "Tag der Heimat" verbindet und zusammenführt.

Grafenwöhr/Eschenbach. Der Stadtverbandsvorsitzende von Eschenbach, Dieter Kies, blickte bei seiner Gedenkrede in Grafenwöhr nicht nur auf ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte zurück, seine Worte galten auch der Zukunft.

Der Redner beklagte die vielen Toten des Zweiten Weltkrieges, aber auch die vielen Städte und Landstriche, die bis zur Unkenntlichkeit zerstört wurden. "Unersetzbare Werte an historischer Bausubstanz, an Kunst- und Kulturdenkmälern waren unwiederbringlich verloren. Unzählige Menschen waren plötzlich entwurzelt und heimatlos. Nur unter großen Entbehrungen und Mühen gelang es auch der Schar von Flüchtlingen, hier im Westen Fuß zu fassen und einen Neuanfang zu machen", berichtete Kies.

Und auch heute fliehen unzählig viele Menschen vor Bürgerkrieg, Gewalt und Terrorakten. Die Kultur und Traditionen, das gemeinsame Erbe müssten für die kommenden Generationen lebendig gehalten werden, forderte er. "Deshalb sehen wir es aktuell als unsere Aufgabe an, Brücken zu unseren östlichen Nachbarn zu schlagen", betonte Kies. Die Oberpfalz liegt in der Mitte des neuen, freiheitlich orientieren Europas.

In den letzten Jahren fand mit dem unmittelbaren Nachbar Tschechien ein reger Austausch statt. Diese Brücken sollten von der jungen Generation gefestigt werden. Um ein gemeinsames Kulturerbe erhalten zu können, muss aufeinander zugegangen, sich auf den anderen eingelassen und Gemeinsamkeiten anerkannt werden, ist sich Kies sicher. Nur so könne für die Zukunft Europas gearbeitet werden. Bürgermeister Edgar Knobloch und Stadtverbandsvorsitzender Gerhard Mark legten einen Kranz am Gedenkstein beim Friedhof nieder. Der Bürgermeister bedankte sich bei allen, die diesen Tag mit begangen und auch bereits den Gottesdienst in der Friedenskirche mit gefeiert haben, der von Monsignore Karl Wohlgut zelebriert wurde.

Würdig umrahmt wurde die Feier vom Männergesangverein mit gemischtem Chor unter der Leitung von Bernhard Greiner sowie von den Trommlern des Spielmannszuges und der Feuerwehr.
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