19.03.2018 - 20:00 Uhr
Grafenwöhr

Von "Fall zu Fall" Kreuzwegandacht mit Tiefgang

Ein Kreuz mit sieben Schlagwörtern als Stationen zieht in der Friedhofskirche St. Ursula die Blicke der Besucher auf sich. "Von Fall zu Fall" lauten sie, und so ist die ökumenische Kreuzwegandacht auch überschrieben.

von Autor AZProfil

Frauen der evangelischen und katholischen Gemeinde hatten sie gemeinsam erarbeitet. Die Stationen, so Stadtpfarrer Bernhard Müller einführend, sollen als "Wegzeichen für unseren Lebensweg betrachtet" werden. Sein Amtsbruder André Fischer formulierte in seinem Eröffnungsgebet: "Du bist mit uns auf dem Lebensweg und wir gehen mit dir als deine Kirche. Wir sind es, in denen du unsere Mitmenschen begegnen lässt. Hilf uns, stärke uns, begleite uns - auch und gerade dann, wenn er ein Kreuzweg wird."

Da gab es den "Stör-Fall", den "Über-Fall", den "Knie-Fall", den Zu-Fall", den "Rück-Fall", den "Aus-Fall" und schließlich den "Glücks-Fall". Die Andacht war so konzipiert, dass nach jedem "Fall" eine Lesung nach Markus, überwiegend aus der Leidensgeschichte Jesu, zu Gehör kam. Gefolgt von Fürbitten und einer Liedstrophe, instrumental begleitet von Christian Baumann.

Die Fürbitten für den "Über-Fall" lauteten: "Kinder sind oft Opfer von Überfällen. Sie sind klein und wehrlos, werden nicht geschont. Sie brauchen unseren Schutz und deinen auch, oh Herr. Frauen werden oft Opfer von Überfällen. Sie werden als schwächer gesehen und vielerorts missbraucht. Ausländer werden oft Opfer von Überfällen. Sie sind fremd und ohne Heimat, werden vertrieben und verfolgt. Alte Menschen werden oft Opfer von Überfällen. Sie sind kraftlos, hilfsbedürftig und werden aus dem Weg geräumt." Die Bitte der Gläubigen jeweils: "Gott, denke an sie und gewähre ihnen deinen Schutz."

Die Fürbitten für den "Rück-Fall": "Rückfällig werden Alkoholiker und von Drogen abhängige Menschen. Rückfällig werden Kriminelle und Straftäter. Rückfällig werden Ängstliche und psychisch Kranke. Rückfällig werden Trauernde und Einsame. Lasst uns beten, dass es nicht der letzte Schritt ist." Alle fügten hinzu: "Gott, denke an sie und gewähre ihnen dein Erbarmen."

Den "Aus-Fall" formulierten die Gläubigen so: "Menschen denken nur an Kapital und Geld. Sie wollen keine Verantwortung übernehmen. Gemeinden kümmern sich meist um Kirchgänger und fromme Christen und wollen keine Verantwortung für Rand-Christen übernehmen. Politiker sind oft verstrickt in Eigeninteressen und wollen keine Verantwortung für das ganze Gemeinwohl übernehmen. Eltern sehen in ihren Kindern meist die Vorsorge für ihr Alter und wollen keine Verantwortung für deren Wohl übernehmen. Gott, denke an sie und gewähre ihnen Einsicht."

Schließlich die Fürbitten für den "Glücks-Fall": "Eltern sind glücklich, wenn ihr Kinderwunsch in Erfüllung gegangen ist und ihre Hände das neue Leben halten dürfen. Kranke sind glücklich, wenn die Therapie Erfolg zeigt und sie wieder ein besseres Leben führen können. Problembeladene sind glücklich, wenn sie den rechten Rat gefunden haben und mutig in die Zukunft schauen können. Paare sind glücklich, wenn ihre Konflikte ausgestanden sind und ein neues Miteinander gefunden haben. Die Toten sind glücklich, wenn sie Platz nehmen können am Tisch des Herrn." Alle: "Gott denke an sie und schenke ihnen dein Osterlicht."

Am Schluss dieser Andacht mit Tiefgang stand der gemeinsame Segen von Stadtpfarrer Bernhard Müller und Pfarrer André Fischer.

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