11.03.2018 - 20:00 Uhr
Grafenwöhr

Vorbereitungen auf die Europa-Orient-Rallye laufen Viel Aufwand für die gute Sache

In drei Wochen von Straßburg nach Amman. Der Grafenwöhrer Maximilian Böhm tritt mit seinem Team bei der Europa-Orient-Rallye an. Schon die Vorbereitung ist eine Herausforderung.

Das Team "Wandering Otters" (von links): Alexander Merk, Stefan Merk, Torben Heyen, Andreas Joltea, Maximilian Böhm und Jakob Jung. Bild: Harald Fraunholz
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Die Umweltprämie bereitet dem Team der "Wandering Otters" Kopfzerbrechen: für die Europa-Orient-Rallye müssen sie drei Autos kaufen, die nicht mehr als 1111 Euro kosten. "Wir haben uns die Autos der letzten Jahre angesehen. BMW und Mercedes waren am besten geeignet", erklärt Böhm. Also haben die Jungs nach Modellen gesucht. Schließlich müssen die Fahrzeuge umgebaut werden, wahrscheinlich werden auch die Nächte darin verbracht.

"Gar nicht so einfach, etwas passendes zu finden. Viele sichern sich solche billigen Fahrzeuge, um die Umweltprämie zu kassieren. Wir müssen schnell sein", erläutert der 31-jährige Grafenwöhrer. Die Fahrzeuge müssen viel aushalten. Mindestens durch elf Länder müssen die "Wandering Otters" fahren. Zumindest laut ihrer geplanten Route. Doch die Rallye-Leitung kann mit Sonderaufgaben immer noch einen Ausflug in ein anderes Land planen. Deswegen haben sie die Jungs auch Kartenmaterial für ganz Osteuropa und die Türkei besorgt. "Durch Europa sollte es kein Problem werden, aber in der Türkei sind manche Straßen schon nicht mehr so gut ausgebaut. In Jordanien wartet dann wahrscheinlich viel Sand auf uns", gibt Böhm Einblick in die Anforderungen für die Autos. Für den guten Zweck betreiben er und sein Team diesen Aufwand aber gerne. "Schlussendlich geht es darum zu helfen. Die Fahrzeuge werden in Jordanien versteigert. Und wir als Team haben uns entschieden, zusätzlich an ein SOS-Kinderdorf in Amman zu spenden."

Ein Auto fehlt noch

Zweimal haben sie zugeschlagen: Ein BMW E36 Kombi, Baujahr 1996, und ein BMW E39, Baujahr 1998, nennt das Team sein Eigen. Umbau und Sponsorensuche laufen. Dachgepäckträger müssen montiert, der Unterboden verstärkt und Ersatzteile besorgt werden. Sollte eines der Fahrzeuge unterwegs liegen bleiben, wird es repariert, ausgeschlachtet oder verkauft. Am 19. Mai muss das vollständige Team mit mindestens einem Auto in Amman ankommen. Ein drittes Fahrzeug suchen die sechs abenteuerlustigen Männer noch.

Auch das Thema KFZ-Versicherung erweist sich als kompliziert. "Für Israel zum Beispiel brauchen wir ein spezielles Paket. Das stellt uns ein Bekannter zusammen", erklärt Böhm. "Richtig interessant wird es auf der Reise, wenn etwas nicht klappt und wir improvisieren müssen. Ich freue mich besonders auf Jordanien und will das Land und die Leute kennenlernen", erklärt der 31-Jährige und lacht.

Keine Bedenken

Die Europa-Orient-Rallye steht unter Schirmherrschaft der EU. Deswegen ist der Start am 5. Mai in Straßburg. Bis zum 9. Mai müssen die Teams Istanbul erreichen. Dann geht es zehn Tage quer durch die Türkei und am 19. Mai bringt eine Fähre die Fahrzeuge von Mersin nach Israel. Die Teilnehmer fliegen zwei Tage später hinterher. In diesem Jahr muss die Rallye-Leitung wegen des Syrien-Konflikts auf die Fähre ausweichen.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind angehoben worden, auch in der Türkei. "Wir haben bewachte Fahrerlager und durch Palästina bekommen wir wahrscheinlich einen Militärkonvoy", sagt Böhm. Angst um seine Sicherheit hat er aber nicht. "Ich habe bisher keine schlechten Erfahrungen in dieser Gegend gemacht. Ich war bereits in den Emiraten, Dubai und im Oman."

Regeln

Die Europa-Orient-Rallye ist ein besonderes Spektakel für den guten Zweck. In diesem Jahr sind 55 Teams angemeldet, die jeweils drei Autos von Straßburg nach Jordanien bringen. Dafür gibt es besondere Regeln:

  • Fahrzeuge müssen mindestens 20 Jahre alt sein oder dürfen nicht mehr als 1111 Euro beim Ankauf kosten.
  • Es darf nur auf Nebenstraßen gefahren werden, keine Autobahnen oder Mautstrecken.
  • Bestimmte Etappenorte müssen zur Erfüllung von Sonderprüfungen angefahren werden.
  • Pro Tag dürfen nicht mehr als 666 Kilometer zurückgelegt werden.
  • Der Einsatz von Navigationssystemen ist verboten.
  • Übernachtet werden darf nur im Auto, im Freien, im Zelt oder in Unterkünften, die höchstens 11,11 Euro pro Person kosten.
  • Die Streckenwahl bis Istanbul ist frei wählbar. 

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