11.02.2018 - 20:00 Uhr
Grafenwöhr

Vortrag zur Organspende Ein Thema das an die Nieren geht

Die sinkende Bereitschaft zur Organspenden sei alarmierend. Helmut Bruhnke aus Pfreimd, Vorstand des Bundesverband Niere e.V., informierte über das Thema im Mehrgenerationenhaus, speziell über Nierentransplantationen. Dabei kamen auch Betroffene zu Wort. Sie berichteten von ihren Erfahrungen. Außerdem stellte Helmut Bruhnke den Verband und dessen Forderungen an die Politik vor.

Helmut Bruhnke aus Pfreimd sprach über das Thema Organspende. Bild: exb
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Fehlende Organspenden seien dramatisch, da es nur für die Niere die Dialyse als Ersatzverfahren gibt. Bei allen anderen Organen kann nur eine Transplantation das Leben der Betroffenen retten. Im Jahr 2017 wurden 1200 Nieren verpflanzt, davon die Hälfte von Lebendspendern, meist nahe Angehörige der Betroffenen. Insgesamt stehen circa 4190 Personen auf der Warteliste für eine Transplantation. Die DSO-Stiftung kümmert sich um den Ablauf und die Organisation der Organspenden. Sie regelt, welche Personen wo auf der Warteliste stehen. Die Spenderliste gilt europaweit.

Auch zwei Betroffene erzählten von ihren Erfahrungen. Der erste spendete seiner Lebensgefährtin eine Niere. Er berichtete von einem langwierigen und komplizierten Verfahren. Beide mussten viele Tests durchlaufen. Dazu gehörte eine Befragung bei der Ethikkommission über die Beweggründe. Sowohl dem Spender als auch der Empfängerin geht es heute sehr gut.

Die zweite Betroffene war die Empfängerin einer Niere. Sie sprach von den fast sieben Jahre an der Dialyse mit allen Schwierigkeiten und Einschränkungen. Dann wurde ein passendes Organ gefunden. Um 5 Uhr morgens bekam sie Bescheid. Am selben Tag zur Mittagszeit wurde sie bereits operiert. Die Empfängerin lebt seit viereinhalb Jahren mit der Spenderniere. Ihr geht es heute sehr gut. Allerdings müsse sie sich genau an die Medikamentenpläne und sonstige Vorgaben halten.

Zum Schluss formulierte Bruhnke eine Fünf-Punkte-Katalog mit Forderungen. Dieser fordert die Aufnahme der Erklärung für oder gegen die Organspende auf der Gesundheitskarte, den Aufbau eines Transplantationsregisters, bessere Patientenaufklärung und mehr Mittel zur Erforschung möglicher Risiken. Auch wollen der Verein eine Stärkung der Transplantationsbeauftragten und mehr Öffentlichkeitsarbeit.

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