Klaus Lehl blickt zurück auf 47 Dienstjahre bei der US-Armee
Inventar am Übungsplatz

Klaus Lehl. Bild: rgr
Wirtschaft
Grafenwöhr
20.03.2017
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Noch zehn Tage, dann geht Klaus Lehl in den Ruhestand. Ein guter Zeitpunkt, zurückzublicken auf beinahe 50 Jahre im Berufsleben und 26 als Betriebsratsvorsitzender am Übungsplatz in Grafenwöhr.

Fleiß und Lerneifer haben sich für Klaus Lehl ausgezahlt. Während der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann hat er Abendkurse belegt, Englisch und Buchhaltung gelernt, die Mittlere Reife nachgeholt. Fast fünf Jahrzehnte nach den Lehrjahren beim Grafenwöhrer Lebensmittelmarkt Pappenberger beendet er seine Berufslaufbahn in diesen Tagen als höchster Personalvertreter der Zivilbeschäftigten bei der US-Armee-Garnison Bavaria.

Zum 1. August 1970 hat er seine Stelle im Lager angetreten. Knapp 47 Dienstjahre später gehört der bald 64-Jährige dort fast zum Inventar. Angefangen hat Lehl bei der AAFES (Army and Air Force Exchange Service). Es folgten neun Jahre in der Buchhaltung der Postingenieur-Stelle und ein Jahr als Finanzsachbearbeiter bei der DPCA (Director Public Community Activity). "Mit 29 Jahren wurde ich als Vorstandsmitglied der Betriebsvertretung freigestellt", erinnert sich Lehl. 26 Jahre hat er sich seither als Betriebsratsvorsitzender für die Beschäftigten einsetzt, in Spitzenzeiten waren das bis zu 2500.

"Es gab Höhen und Tiefen", lautet Lehls Fazit. "Höhepunkt war der Aufbau der Schießbahnen 1984/85. Bis 1986 haben wir 500 neue Mitarbeiter eingestellt. Aber auch die Tiefen hat Lehl nicht vergessen. Mit der Wiedervereinigung begannen die Umstrukturierungen, die Standorte Bayreuth und Amberg verschwanden, Vilseck wurde in Grafenwöhr integriert. 400 Dienststellen habe dies 1993 und 1994 gekostet, die Kündigungen waren bereits fest eingeplant. Dank guter Zusammenarbeit mit Politik und Arbeitsamt sei es dem Betriebsrat gelungen, alle Kündigungen abzuwenden. "Die Armee hat uns viel Zeit eingeräumt", erinnert sich Lehl. Mit lukrativen Auflösungsverträgen für ältere und internen Umbesetzungen für jüngere Arbeitnehmer konnten die Personalvertretung alle Kündigungen abwenden. "Das war ein großer Erfolg", freut sich Lehl noch immer.

Die Planung des Efficient-Basing-Grafenwöhr (EBG) aber der Jahrtausendwende habe den Standort längerfristig gesichert. Die "New-Town" am Netzaberg und die neue Brigade war in aller Munde. Das Gleiche galt, als die Brigade 2013 wieder in die USA zurück musste. Durch andere Einheiten sei dieser Verlust inzwischen für den Standort voll kompensiert, so dass Lehl relativ beruhigt sein Amt abgeben kann. Sein Nachfolger als Vorsitzender wird demnächst aus dem Beriebsratsgremium heraus gewählt.

Langweilig werde es ihm im Ruhestand nicht, ist sich Lehl sicher. Er ist Stadtrat und dritter Bürgermeister in Eschenbach. Dazu ist der Apfelbacher Vorsitzender beim VdK und Ehrenvorsitzender beim Karten- und Schachverein. "Ich bin ein Vereinsmeier", sagt Lehl über sich. Am heutigen Dienstag wird offiziell Abschied genommen und Dank gesagt für seinen Einsatz für die Belange der Kollegen.
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