28.06.2004 - 00:00 Uhr
GuteneckOberpfalz

Landwirtschaftsminister Josef Miller spricht beim "Tag des offenen Hofes" in Guteneck "Leistungsträger der Gesellschaft"

Das Fazit von Landwirtschaftsminister Josef Miller war eindeutig: "Die Landwirte sind die Leistungsträger der Gesellschaft". Der hochrangige Gast aus der Landeshauptstadt war gestern als Festredner zum "Tag des offenen Hofes" in die Gemeinde gekommen.

von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Zahlreiche Ehrengäste aus der kommunalen und überregionalen Politik konnte Franz Kustner, Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes, gestern zum "Tag des offenen Hofes" begrüßen. Nach kurzen Grußworten von Schirmherr Burkhard Graf Beissel von Gymnich, Gutenecks Bürgermeister Alois Seegerer und dem ehemaligen CMA-Chef Prof. Dr. Antonius Nienhaus stand am Nachmittag die Festansprache von Staatsminister Josef Miller auf dem Programm.

"Höchste Qualität"

"Die Landwirtschaft" sagte der Minister zu Beginn seiner rund zehnminütigen Rede, "tut alles, um Nahrungsmittel von höchster Qualität zu erzeugen". In Bezug auf die Qualität war für Miller eine der wichtigsten Aktivitäten die Einführung des bayerischen Qualitätssicherungssystems mit regionalem Herkunftsnachweis. Bisher seien in diesem Rahmen rund 14 000 bayerische Bauernhöfe zertifiziert worden, "Das zeigt, dass die Bauern in Bayern für Qualitätserzeugung stehen", betonte Miller. Auch die Absatzförderung für ökologische Produkte würden durch das bayerische Öko-Zeichen, das im Gegensatz zum Bio-Siegel der Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast über die EG-Vorgaben hinausgehe, unterstützt. Durch die Angabe der Herkunft, könne der Verbraucher nachvollziehen, wann und wo seine Nahrungsmittel produziert werden.

Doch nicht nur die Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse spielte für den Festredner aus München eine wichtige Rolle, sondern auch die Quantität, sprich: die Leistungsfähigkeit der bayerischen Bauern. Und in der gibt es nur eine Richtung: nach oben. Während im Jahr 1950 ein Bauer nur zehn Menschen ernähren konnte, sind es laut Miller heute bereits 137. "Allein in den letzten zehn Jahren hat der Agrarsektor seine Produktivität um 60 Prozent gesteigert", betonte der Minister und fuhr fort: "Heute heißt es nicht mehr 'wo bekomme ich meine Nahrungsmittel her' sondern 'wie bekomme ich meine Pfunde wieder los'. Das ist nur möglich, weil wir so eine leistungsfähige Landwirtschaft haben".

Kritik an Bundesregierung

Kritik übte Miller an den Überlegungen zur Einführung einer bundesweiten Flächenprämie. "Dadurch", war er überzeugt, "würden den Bauern 60 Millionen Euro im Jahr verloren gehen. Das ist mit uns nicht zu machen". Doch Bayern habe die Hebel richtig gesetzt und sich gegen diese Pläne erfolgreich zur Wehr setzen können. Denn: "Diejenigen, die sich engagieren, sollen auch den entsprechenden Lohn bekommen".

Miller nannte Zahlen: Nur elf Prozent der Erdoberfläche sind zur Nahrungsmittelerzeugung geeignet. "Wir zählen zu diesen Regionen, deshalb hat die Landwirtschaft bei uns eine Zukunft", unterstrich er zum Ende seiner Ausführungen. Nach der Rede spazierte der Minister noch kurz über den Gutshof und begutachtete die zahlreichen Stände, bevor er sich wieder in Richtung München auf den Weg machte.

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