28.05.2017 - 20:00 Uhr
GuteneckOberpfalz

Basis für die Flurneuordnung

Reger Betrieb herrschte in den letzten drei Wochen auf den Fluren der Gemarkungen Guteneck und Weidenthal. Der durch landwirtschaftliche Sach-verständige verstärkte Vorstand der Teilnehmergemeinschaft ermittelte den Tauschwert der im Verfah-rensgebiet liegenden Grundstücke. Er schuf damit die Grundlage für eine wertgleiche Abfindung.

In den letzten Wochen wurde auf den Gemarkungen von Guteneck und Weidenthal die Wertermittlung der Grundstücke vorgenommen. Unser Bild zeigt die Vorstandschaft und die zahlreichen Helfer, zusammen mit den Sachverständigen und den Mitarbeitern des Amts für Ländliche Entwicklung vor der Abschlussfeier beim Sportheim in Weidenthal. Bild: haa
von Hermann HaasProfil

Die Notwendigkeit einer Wertermittlung ist im Flurbereinigungsgesetz verankert. Um die Teilnehmer mit Land vom gleichen Wert abfinden zu können, ist der Wert der alten Grundstücke zu ermitteln. Diese Wertermittlung im Rahmen der Flurneuordnung, ist ein wesentlicher und wichtiger Teil des Verfahrens.

Ein Riesen-Meilenstein

Seit Ende April wurde in den Fluren von Guteneck und Weidenthal die Wertermittlung durchgeführt. Im Vorfeld wurden schon mehrere Mustergründe der damaligen Reichsbodenschätzung, mit einem Ausmaß von jeweils einem Kubikmeter ausgehoben, bewertet und ein Schätzungsrahmen für Acker- und Wiesenflächen bestimmt. In einer Vorstandssitzung wurden die sogenannten Grundsätze der Wertermittlung behandelt. Es wurde auch die Bewertung von Hanglage, Nässe, Steinen oder auch der Schattenwurf von Baumreihen oder Wäldern thematisiert. Danach wurde die Einzelbodenschätzung der landwirtschaftlich genutzten Grundstücke vorgenommen. Hierzu waren jeweils überwiegend vier Trupps knapp drei Wochen auf den Feldern und Wiesen unterwegs um die erforderlichen Bodenproben zu ziehen. Die festgestellten Werte wurden elektronisch erfasst. Im Amt wird hieraus nun die Wertermittlungskarte erstellt.

Nach Abschluss der Feldschätzung lud der Vorstandsvorsitzende Baurat Martin Stahr vom Amt für Ländliche Entwicklung alle Helfer zu einer Abschlussfeier ins Sportheim in Weidenthal ein. Er gab einen Rückblick auf die umfangreichen Arbeiten die in den letzten drei Wochen durchgeführt wurden. "Mit der Feldschätzung haben wir einen Riesen-Meilenstein in dem Verfahren erreicht" freute sich Stahr.

Weiter erläuterte er auch den Zweck der Wertermittlung. Die vorhandenen Werte der Bodenschätzung sind nicht mehr verwendbar, weil sich im Laufe der Zeit viele Änderungen ergeben haben können. Der Boden ist daher nach jetzigem Stand zu bewerten. Die Ergebnisse der Wertermittlung werden vor allem für die Berechnung der wertgleichen Landabfindung sowie für die Festlegung der von den Teilnehmern aufzubringenden Flurbereinigungskosten benötigt.

Wertverhältnis maßgebend

Je nach Bodenwert, kann sich eine Flächenminderung oder -mehrung ergeben. Aus den Ab- und Zuschlägen wird die Wertverhältniszahl ermittelt. Diese Zahl, die durch eine Formel errechnet wird, ist die Grundlage für den rechnerischen Nachweis der Wertgleichheit zwischen Einlage und Abfindung eines Besitzstandes. Sie setzt Größe und Wert eine Fläche zueinander in Beziehung. Es wird dann mit dieser Zahl gerechnet.

In 14 Arbeitstagen mit je-weils nahezu 9 Stunden wurden auf einer Fläche von etwa 300 Hektar 8 823 Bodenproben gezogen und von der Kommission bewertet. Leider wurden die Arbeiten durch Kälte, Schnee und Regen öfters ungünstig beeinflusst. Stahr dankte daher den tüchtigen Helfern, die sich dennoch so zahlreich beteiligt haben und lud alle zu einem gemütlichen Grillfest ein.

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