24.08.2017 - 20:00 Uhr
GuteneckOberpfalz

Dorferneuerung in Pischdorf Modern und traditionsgemäß

Die Einwohner von Pischdorf waren bei der Erstellung des Rahmenkonzeptes für die einfache Dorferneuerung wichtige Ideengeber für das Planungsbüro. Das Ergebnis dieser intensiven Zusammenarbeit wurde kürzlich dem Gemeinderat unterbreitet.

Auf dem Dorfplatz wird ein zusammenhängender Auf-enthalts- und Verweilbereich zwischen Bushaltestelle und Dorfkreuz geschaffen. Der Asphalt wird entfernt und mit einem Pflasterbelag von der Straße abgegrenzt. Durch die funktionelle Aufwertung wird der Treffpunkt-charakter wesentlich gesteigert.
von Hermann HaasProfil

-Pischdorf. In einem Seminar der Arbeitsgruppe vor einem Jahr wurden gemeinsame Ideen für die Gestaltung der Ortsmitte erarbeitet. Zusammen mit den Moderatoren, wurde anhand offener Leitfragen eine Zukunftsstrategie entwickelt. Bei einer Auftaktveranstaltung im Herbst wurden die Ergebnisse den Einwohnern präsentiert. Dann folgten meh-rere Sitzungen des Arbeitskreises, in denen die verschiedenen anstehenden Maßnahmen detailliert besprochen wurden.

Architektin Anne Wendl vom Büro Landimpuls präsentierte dem Gemeinderat das inzwischen ausgearbeitete Rahmenprogramm, das in relativ kurzer Zeit in mehreren Sitzungen entstand. Dabei wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass das Eigenleben und der ländliche Charakter sowie die altüberlieferte bodenständige Struktur auf jeden Fall erhalten bleiben und sogar gestärkt werden. Ergänzend hierzu sollen auch die ortsprägenden Gebäude den dörflichen Eindruck vermitteln.

Neugestaltung des Platzes

Hier wird ein zusammenhängender Aufenthalts- und Verweilbereich zwischen Bushaltestelle und Dorfkreuz geschaffen. Das Buswartehaus wird erneuert, Infotafeln und der Briefkasten werden mit integriert. Der Asphalt wird entfernt und mit einem Pflaster von der Straße abgegrenzt. Durch die funktionelle Aufwertung werden die Aufenthaltsqualität und der Treffpunktcharakter in der Ortsmitte wesentlich gesteigert, versicherte die Architektin. Die Umgestaltung wurde mit 285 000 Euro kalkuliert.

Ein bisheriges Defizit ist das zu kleine Gemeinschaftshaus. Mit einem 65 Quadratmeter großen Erweiterungsbau für gemeinschaftliche Nutzungen wird Abhilfe geschaffen. Außerdem soll das bestehende Gebäude energetisch saniert werden. Auch der Zufahrtsbereich und die Stellflächen des Umfeldes werden geändert. Hierfür sind insgesamt 336 000 Euro veranschlagt.

Fußwege werden angelegt

Im Straßenbauprogramm des Landkreises ist der Ausbau der Kreisstraße SAD 38, die durch Pischdorf führt, vorgesehen. In diesem Zusammenhang wird die Verkehrsinsel in der Kurve beseitigt. Weiter werden zur Erhöhung der Verkehrssicherheit an der Kreisstraße im Ortskern Fußwege angelegt, kündigte Anne Wendl an.

Der Platz beim Missionskreuz wird neu gestaltet. Hierzu wird auch das Kreuz versetzt, neu ausgerichtet und eine Sitzmöglichkeit geschaffen. Geändert wird auch der Maibaumplatz. Die Fläche wird entsiegelt, der Kreuzungsbereich neu strukturiert und der Platz mit neuem Grün aufgewertet.

350 000 Euro Förderung

Frisch angelegt wird auch die Fläche beim Steinplatz mit gleichzeitiger Regelung des Oberflächenwasserabflusses. Hierzu werden Rückhalte-Mulden und Retentionsbereiche an geeigneten Stellen angelegt. Schließlich wird auch das Umfeld des Dorfweihers gestalterisch verbessert.

Die Gesamtkosten für die vorgesehenen Maßnahmen des Rahmenkonzepts belaufen sich auf 765 000 Euro, rechnete Wendl vor. Hierfür gibt es vom Amt für Ländliche Entwicklung eine Maximalförderung von 350 000 Euro. Der vorgestellte Dorferneuerungsplan wird nun durch die Gemeinde dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ALEF) zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt. Mit der Einleitung des Verfahrens wird bis Jahres-ende gerechnet. Dann gilt es, die Prioritäten der Maßnahmen festzulegen.

Die Architektin verwies auch auf die verschiedenen Fördermöglichkeiten im privaten Bereich. Gestalterische Aufwendungen im gesamten Ortsbereich werden mit bis zu 30 Prozent, höchstens jedoch mit 30 000 Euro pro Anwesen, bezuschusst. Eine Beratungsleistung über fünf Stunden pro Anwesen durch einen Architekten ist für den Bauherren kostenlos. Vor Beginn der Privatmaßnahme ist allerdings beim ALEF ein Förderantrag erforderlich, und die Maßnahme muss eingeleitet sein.

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