24.11.2017 - 20:00 Uhr
GuteneckOberpfalz

Flurneuordnung Ökologische Maßnahmen bringen höhere Förderung

Zum Schutz der Natur und zum Erhalt der bäuerlichen Kulturlandschaft ist es zwingend notwendig, ökologisch bedeutsame Lebensräume für die Zukunft zu bewahren. Bei der Flurneuordnung Guteneck-Weidenthal werden diese Ziele konsequent verfolgt.

Etwa 35 Interessenten waren zur Teilnehmerversamm-lung gekommen. Baurat Martin Stahr (vorne stehend) vom ALE berichtete über den aktuellen Verfahrensstand zur Flurneuordnung.
von Hermann HaasProfil

Im Flurneuordnungsverfahren sind die Planungen durch die Behörde mittlerweile erstellt. Die Gestaltung des Wegenetzes und die Ausarbeitung der Landschaftsplanung erfolgten in enger Abstimmung mit den betroffenen Eigentümern. Bei einer Teilnehmerversammlung informierte Baurat Martin Stahr vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) über den Stand des Verfahrens.

Luigenbach renaturieren

Auch die Planungen für die wasserbaulichen Maßnahmen sind demnach soweit abgeschlossen. Bedingt durch die verschiedenen Wirtschaftswegebauten sind Ausgleichsflächen zu schaffen. Bei den landschaftspfle-gerischen Entwicklungsmaßnahmen bedarf es angesichts der Starkregenereignisse der letzten Jahre beson-derer Berücksichtigung. Deshalb werden mehrere ökologische Ausgleichsmaßnahmen ausgeführt, um damit das Oberflächen- und Niederschlagswasser in der Fläche zurückzuhalten oder durch Rückhaltebecken den Abfluss zu verlangsamen.

Durch die Renaturierung einiger kleiner Bäche werden mehrere neue Biotope geschaffen, die sehr viele Wert-punkte bringen. Diese Flächen haben zwar einen geringen Bodenwert, sind aber ökologisch sehr wertvoll. Die Bereiche werden jeweils so angelegt, dass eine Pflege und Bewirtschaftung möglich ist. So wird der Luigenbach an einigen Stellen verlagert und erhält so eine gekrümmte Linienführung und ein abgestuftes Längsgefälle. Mit einer Engstelle wird eine Abflussdrosselung als Hochwasserrückhalt erreicht. Zudem erfolgen abschnittsweise Begleitpflanzungen mit Schwarzerlen und Strauchwei-den.

Natürlicher Erosionsschutz

Im Zusammenhang mit der Rückführung des Luigenbaches und der Entwässerung der neuen Wegtrasse im südlichen Verfahrensgebiet wird eine Geländemulde zur Wasserrückhaltung in der Fläche genutzt. Zur Reduzierung des Abflusses werden drei Versickerungsbecken mit befestigten Überlaufrinnen als Kaskaden angelegt. Weiter entsteht noch ein bewirtschaftbares Rückhaltebecken an der neuen Wegtrasse im östlichen Verfahrensgebiet.

Baurat Stahr erläuterte anhand von Gebietskarten auch die weiteren ökologischen Maßnahmen. Zur Minderung des Bodenabtrags und zur Begrenzung der Erosion werden an verschiedenen Stellen Hecken angelegt oder wegbegleitend gepflanzt. Auf einigen bestehenden Grünlandflächen ist die Anlage von Streuobstwiesen aus Hochstämmen mit Ausmagerung des Grünlandbestandes möglich. Bei allen Maßnahmen wird darauf geachtet, dass möglichst wenig Fläche aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen, aber dennoch eine hohe ökologische Wirkung erreicht wird.

90 Prozent Förderung

Der Regelfördersatz für die Flurneuordnung liegt derzeit bei 75 Prozent. Auf Bestreben von Bürgermeister Johann Wilhelm konnte die Gemeinde ins ILE-Programm aufgenommen werden, was eine Anhebung der Förderung um zehn Prozent erbrachte.

Durch landschaftspflegerische Ausgleichsmaßnahmen und Wegerückbau konnten 92 364 Kompensationswertpunkte gewonnen werden. Für Wegebauten und Beseitigung von Geländestrukturen werden jedoch nur 28 441 benötigt. Der Überschuss von 63 925 Punkten wird mit einer zusätzlichen Förderung von fünf Prozent belohnt, konnte Stahr mit Freude verkünden. Die Beteiligten haben nur zehn Prozent Eigenleistungen zu erbringen. Bei langfristiger Verpachtung ist nach Besitzeinweisung eine weitere Reduzierung um 50 Prozent möglich. Über den Bauzeitenplan werden wir noch berichten.

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