08.03.2018 - 20:00 Uhr
Guteneck

Gemeinderatsitzung in Guteneck Ein neuer „Siebener“ in der Gemeinde

Das Amt des Feldgeschworenen ist eines der ältesten noch erhaltenen Ehrenämter der kommunalen Selbstverwaltung. In der Gemeinde Guteneck gibt es jetzt einen Dritten.

Bürgermeister Johann Wilhelm (rechts) vereidigte den neuen Feldgeschworenen Josef Wiederspick. Bild: haa
von Hermann HaasProfil

Im Volksmund wird der Feldgeschworene oftmals auch "Siebener" genannt. In der Gemeinde gab es bisher nur zwei. Mit Josef Wiederspick wurde jetzt ein zusätzlicher Feldgeschworener gewählt und vereidigt. Bürgermeister Johann Wilhelm nahm, nach der Wahl durch den Gemeinderat, die Vereidigung von Josef Wiederspick vor.

Wilhelm dankte ihm für seine Bereitschaft mitzuwirken und wies ihn kurz in sein neues Aufgabengebiet ein. Als früherer Bauhofmitarbeiter der Gemeinde seien ihm die Fluren bereits bestens vertraut. Eine detail-lierte Einführung erfolgt durch das Vermessungsamt. Das Ehrenamt der Feldgeschworenen stammt bereits aus dem 13. Jahrhundert. Damals erkannten die regionalen Bezirksgerichte, dass auf den Dörfern Ansprechpartner notwendig waren, die sich mit den lokalen Gegebenheiten auskannten und die Grenzbeaufsichtigung bezeugten. Weil ursprünglich meistens sieben Männer in den Gemeinden für die Regelung der Grundstücksgrenzen benannt wurden, bürgerte sich auch die Bezeich-nung "Siebener" ein.

Eine Besonderheit der Feldgeschworenen war ihr "Siebenergeheimnis". Mit geheimen Zeichen und Markierungen, in Form von Marksteinzeugen, wie etwa Ton- oder Flaschenscherben, wurde der Punkt des zu setzenden Grenzsteines gekennzeichnet. Die geheimen Daten waren von Kommune zu Kommune unterschiedlich und wurden nur mündlich an den Nachfolger weitergegeben. So kommt es auch heute noch vor, dass man unter alten Grenzsteinen solche Marksteinbeigaben vorfindet.

Viele wissen jedoch mit der Bezeichnung Feldgeschworener und der damit verbundenen Tätigkeit nichts oder nur mehr wenig anzufangen. Ihre Aufgabe in der heutigen Zeit könnte man als Mittler zwischen Verwaltung und Bürgern bezeichnen. Feldgeschworene sind kommunale Hilfsorgane, die bei Veränderungen an Grundstücken und bei neuen Abmarkungen gemeinsam mit bayerischen Vermessungsbeamten als Fachbehörde arbeiten.

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