Gemeinderatsitzung in Guteneck
Stahlgittermast für Mobilfunk auf den Herrenberg

Die "drei Brüder", wie sie auch genannt werden, sind die Hausberge der Gemeinde Guteneck. Auf dem linken, dem Herrenberg, ist die Errichtung des Stahlgitterturms für den Mobilfunk geplant. Daneben sind der Setzerberg und der Pfaffenberg. Bild: haa
Politik
Guteneck
28.06.2017
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Die Unterversorgung der Telekommunikation in der Region Guteneck ist seit vielen Jahren ein großes Problem. Ob Einheimische oder Urlauber, ob Geschäftsleute oder Festbesucher auf Schloss Guteneck, sie erhalten in den allermeisten Fällen auf dem Display ihres Handys die Meldung "Kein Netz". Ein Zustand, der in der heutigen Zeit nicht mehr vertretbar ist

(haa) Das überwiegende Gemeindegebiet ist über keines der diversen Funkversorgungsnetze erreichbar. Die Gemeinde versucht deshalb schon seit vielen Jahren eine Verbesserung der völlig unzureichenden Mobilfunknutzung zu ermöglichen. Doch die aufwendigen Bemühungen hatten bisher wenig Erfolg. In hochkarätiger Runde im Gemeindehaus, mit Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, signalisierte ein namhaftes Unternehmen bereits 2014 Bereitschaft, mit der Errichtung eines Sendemastes, die Grauzone zu schließen und den Mobilfunk zu ermöglichen. Fehlanzeige!

Aber auch die mehrmals gestarteten Versuche der Gemeinde, mit verschiedenen anderen Betreibern, scheiterten letztendlich immer an der Wirtschaftlichkeit die, anders als in den Städten und Ballungszentren, wegen der geringeren Auslastung, in der Region nicht gegeben ist.

Silberstreif

Nach wie vor besteht daher das Problem, dass bei einem Unfall, einer Panne, bei plötzlicher Krankheit oder einer anderen Notlage aus dem Gebiet mit dem Handy kein Notruf abgesetzt werden kann. Dringende Hilfe über die Rettungsleitstelle, die Polizei oder einen Arzt ist hier nur mit einem Festnetztelefon möglich. Doch bei einem Notfall auf der Straße sowie in Feld oder Wald vergeht sehr viel wertvolle Zeit, um zu einem Festnetz zu gelangen. Eine zeitlich angemessene Alarmierung ist daher nicht sicher gestellt.

In der Vergangenheit wurden im Gemeindebereich schon Erhebungen und Standorterkundungen für den Bau eines Sendemasten durchgeführt. Dabei kristallisierte sich der Herrenberg topographisch wie auch funktechnisch als der favorisierende Standort, für einen Antennenträger heraus. Von hier aus könnte nahezu die ganze Region abgedeckt werden.

Nun zeichnet sich ein neuer Silberstreif am Horizont ab. Bürgermeister Johann Wilhelm gab bei der letzten Sitzung des Gemeinderates bekannt, dass die Firma Viehbacher aus Regenstauf den Neubau eines Stahlgitterturms zur Aufnahme von Funkantennen auf dem Herrenberg beabsichtigt. Einen entsprechenden Bauplan hat die Firma bereits bei der Gemeinde eingereicht. Dieser wurde dem Gremium zur Beratung vorgelegt.

Mit der Errichtung des Funkmastes wird der Präambel des Mobilfunkpakts II Rechnung getragen. Die Versorgung mit Telekommunikationsdiensten soll flächendeckend sichergestellt werden. Auf die zügige Einführung neuer Kommunikationstechnologien - auch im ländlichen Raum - wird hingewirkt. Der Ausbau der Mobilfunknetze soll umwelt- und sozialverträglich erfolgen. Auf sparsamen Flächenverbrauch und die Schonung der Landschaft wird geachtet.

Etwa 40 Meter hoch

Nach dem Baugesetzbuch ist ein Vorhaben, das der öffentlichen Versorgung mit Telekommunikations-Dienstleitungen dient, im Außenbereich zulässig, wenn öffentliche Interessen nicht entgegenstehen. Die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege werden aus Sicht der Gemeinde Guteneck durch den geplanten Standort im Wald am wenigsten beeinträchtigt. Das Gleiche gilt für die Auswirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild. Auch örtliche Bauvorschriften werden nicht berührt.

Der Mast wird etwa 40 Meter hoch sein. Hier können sich dann die verschiedenen Betreiber der Mobilfunknetze einmieten um die Region versorgen. Der Gemeinderat beschloss, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen, die gesetzlichen Bestimmungen zur Strahlungsintensität sind einzuhalten.

Bebauungsplan Hütberg

In der weiteren Sitzung wurden die eingegangenen Stellungnahmen zur Aufstellung des Bebauungsplans Weidenthal-Hütberg I" behandelt. Im Zuge der frühzeitigen Beteiligung wurden 26 Behörden und Träger öffentlicher Belange am Verfahren beteiligt. Davon wurden 17 Stellungnahmen abgegeben. Seitens der Öffentlichkeit wurden vier Einwände erhoben. Die Verwaltung wurde be-auftragt, die jeweils hierzu gefassten Beschlüsse in der Planung zu berücksichtigen und entsprechend anzupassen.

Den eingereichten Baugesuchen von Irmgard und Alois Duschner aus Pischdorf auf Ausbau des Dachgeschosses mit Anhebung des Dachstuhls sowie von Anastasia und Daniel Schwarz aus Zeinried auf Neubau eines Einfamilienhauses in Pischdorf wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt.
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