18.09.2017 - 20:00 Uhr
GuteneckOberpfalz

Gemeinderatsitzung in Guteneck Strom und Wärme regional erzeugen

Alternative Wärme und Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Gemeinde beabsichtigt daher den Bau eines Blockheizkraftwerkes das überwiegend mit nachwachsenden heimischen Rohstoffen betrieben wird. Ein Konzept wurde dem Gemeinderat vorgestellt.

Dipl. Ing. Helmut Wendler von der Firma CTWe zeigte dem Gemeinderat die Wirkung eines Regenerativen Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) Moduls mit Eigenstrom-nutzung für Guteneck auf.
von Hermann HaasProfil

Die Gemeinde hat schon vor etwa drei Jahren die Erstellung eines Energiekonzeptes für den Betrieb eines Nahwärmenetzes für die Ortschaft Guteneck in Auftrag gegeben, erinnerte der Bürgermeister Johann Wilhelm bei der Gemeinderatsitzung. Vorgesehen war ein Biomasseheizkraftwerk das mit nachwachsenden heimischen Rohstoffen, betrieben wird.

Die jüngsten Recherchen ergaben jedoch, dass mit der Wärmerzeugung alleine zu wenig Wirtschaftlichkeit erreicht werden kann. Die Gemeinde beabsichtigt daher den Bau eines Blockheizkraftwerkes, mit dem neben Wärme auch eigener Strom produziert werden kann. Bedarf besteht auf jeden Fall für das Gemeindehaus, das Schützenheim und den Schlossbereich. Inwieweit neben Nahwärme auch Interesse an Strombezug von privaten Abnehmern vorhanden ist, müsste erst noch einmal ermittelt werden. Der Gemeinderat ließ sich von einem Entwicklungsbüro für Energietechnik ein mögliches Konzept detailliert erläutern.

Hoher Wirkungsgrad

Dipl. Ing. Helmut Wendler und sein Mitarbeiter Thomas Müller von der Firma "CTWe" zeigten dem Gremium die Wirkung eines regenerativen Kraft-Wärme-Kopplung-Moduls mit Eigenstromnutzung für die Ortschaft Guteneck auf. Dieses System arbeitet auf Holzgastechnik und erreicht einen sehr hohen Wirkungsgrad. So werden hier 44 Prozent Strom und 43 Prozent Wärme erzeugt. Der Verlust beträgt nur 13 Prozent. Bei getrennter Erzeugung ergibt sich hingegen ein Gesamtverlust von 71 Prozent. Da in den Haushalten Strom und Wärme benötigt wird, wäre der Bau einer derartigen Anlage wegen der hohen Wirtschaftlichkeit zu empfehlen. Hinzu kommt, dass die Anlage mit Hackschnitzel aus nachhaltiger Bewirtschaftung der heimischen Forstwirte betrieben werden kann. So würden auch die langen und teuren Anfahrtswege entfallen.

Die bevorstehende Dorferneuerung bietet sich für das Verlegen der Leitungen ideal an. Da die Straße wegen der Kanalarbeiten bereits aufgegraben werden muss, fallen keine Kosten für Grabarbeiten und die Wiederherstellung der Straßen an, betonte Wendler. Weiter wird die Maßnahme durch das Amt für Ländliche Entwicklung gefördert. Außerdem sollte das günstige Zinsniveau genützt werden. Der Energiebezug über das Blockheizkraftwerk biete ein Rundum-Sorglos-Wärmepaket.

Es braucht weder Heizöl noch Holz beschafft werden. Es entfällt auch das Feuermachen sowie der Kaminkehrer, und der freie Platz im Keller kann anderweitig genutzt werden. Der nicht benötigte Strom wird ins Netz eingeliefert und vergütet.

3000 Euro pro Anschluss

Der Anschluss für ein Einfamilienhaus wird bei etwa 3000 Euro liegen, rechnete Wendler vor. Der Arbeitspreis selbst errechnet sich aus dem tatsächlichen Verbrauch. Hinzu kommen noch eine monatliche Grundgebühr und die Zählermiete. Es wird aber davon ausgegangen, dass die Gesamtkosten wesentlich niedriger ausfallen, als bei der bisherigen Wärme und Stromversorgung. Bei der Vorplanung wird das Büro bereits die Machbarkeit prüfen und die vorhandenen Daten vervollständigen. Dann wird die Anlage konzipiert, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt und dem Gemeinderat vorgestellt. Hierbei werden verschiedene Modelle präsentiert. Auch die Bürger werden in den Prozess einbezogen. Sollte sich die Anlage wider Erwarten nicht rechnen, kann die Maßnahme auch abgebrochen werden.

Bürgermeister Wilhelm erinnerte, dass die Bevölkerung in der Vergangenheit etwas verunsichert worden sei, da falsche Angaben über sehr hohe Anschlusskosten kursierten. Dieses Vertrauen müsse durch korrekte Angaben zurück gewonnen werden. Bei der Gemeinderatsitzung am Mittwoch wird ein anderes Ingenieurbüro eine weitere Version eines Blockheizkraftwerkes vorstellen.

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