13.10.2017 - 18:02 Uhr
GuteneckOberpfalz

Spitze des bayerischen Jagdverbands in Guteneck "Nicht Zähne ausschlagen"

s Bürgermeister Johann Wilhelm war lange Zeit Obmann des Bauernverbands. Bei einem Gespräch mit der Spitze des bayerischen Jagdverbands machte Wilhelm einige für einen Bauernfunktionär untypische Anmerkungen.

Im malerischen Schlosshof von Guteneck packte Bürgermeister Johann Wilhelm (Sechster von links) das Goldene Buch der Gemeinde aus, in das sich Professor Jürgen Vocke (Fünfter von rechts) und die Spitzenfunktionäre des Bayerischen Jagdverbands eintragen durften. Gastgeber der Tagung war Schlossherr Burkhard Graf Beissel von Gymnich (Vierter von rechts). Bilder: Dobler (2)
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Das elfköpfige Präsidium des Bayerischen Jagdverbands kam auf Schloss Guteneck zu einer Arbeitssitzung zusammen. Hausherr Burkhard Graf Beissel von Gymnich hatte den Termin eingefädelt, nachdem der Jagdverband einen Zuschuss für die Renovierung des Schießstands der Jäger-Kreisgruppe Nabburg gegeben hatte - und Jagdverbands-Präsident Professor Jürgen Vocke bei der Einweihung im Juli aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte. Jürgen Vocke ist seit 1994 Präsident des Landesjagdverband Bayern - Bayerischer Jagdverband (BJV), dessen Präsidium er seit 1990 angehört. Er war nicht zum ersten Mal in Guteneck und erinnerte in diesem Zusammenhang an das Herbstforum der bayerischen Jägerinnen vor genau fünf Jahren auf Schloss Guteneck, an dem er teilgenommen hatte.

Wahlprüfsteine für Bayern

Derzeit sieht man den früheren CSU-Landtagsabgeordneten allerdings weniger in der Provinz denn in Berlin. Nach der Bundestagswahl und bei den komplizierten Koalitionsverhandlungen wollen sich die Jäger mit ihren Vorstellungen in die Politik einbringen, etwa in Gesprächen mit dem Bundeslandwirtschaftsminister. "Es geht dabei um die Afrikanische Schweinepest und Wölfe", deutete der Präsident an. Aber auch die Themen Waffen und Nachtzielgeräte, Tierschutz und Schwarzwild stehen auf der Agenda der Jäger, die derzeit Wahlprüfsteine für die Landtagswahl in Bayern erarbeiten. Mit Wohlgefallen hörte er vermutlich die kleine Ansprache von Bürgermeister Johann Wilhelm, der das Jagdverbands-Präsidium nachher im Goldenen Buch der Gemeinde Guteneck unterschreiben ließ. "Bei uns ist die Jagd in Ordnung", versicherte Wilhelm, "alle Jäger sind vor Ort und es sind in der Regel Landwirte". So fiel es dem früheren Obmann des Bauernverbands auch nicht schwer, sich in die Welt der Jäger einzufühlen, deren Beziehung zu Landwirten und Jagdgenossen (Grundstückseigentümer) nicht immer unkompliziert war und ist. "Das Einvernehmen zwischen Jägern und Bauern muss passen, man darf sich nicht gegenseitig die Zähne ausschlagen", forderte Wilhelm.

Für Schuss-Schneisen

"Der Bauernverband hätte die Jäger gern in dienender Form", wusste Präsident Vocke. Trotzdem müsse es auch Lebensräume für Wildtiere gegen. Er befand sich dabei mit Ex-Obmann Wilhelm auf einer Linie, dem es "wichtig ist, dass man draußen was sieht (gemeint waren Tiere, Anm.d.Red.) und nicht das letzte noch weg muss". Jäger Vocke bedauerte, dass Hasen, Fasane und Rebhühner verschwinden, es aber viele Wildschweine gibt. "Wir brauchen Schuss-Schneisen in Maisfeldern", forderte Vocke. Die Wildschwein-Jagd "geht nur miteinander".

Der Bauernverband hätte die Jäger gern in dienender Form.Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbands
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