11.10.2017 - 20:00 Uhr
GuteneckOberpfalz

Wirtschaftlicher Wärmeverbund

beabsichtigt ein Blockheizkraftwerk zu bauen, das überwiegend mit nachwachsenden heimischen Rohstoffen betrieben wird. Damit die Anlage effektiv und wirtschaftlich läuft, muss neben Wärme auch Strom erzeugt werden. Hierzu wurde der Gemeinde nun eine interessante Version vorgestellt.

Professor Dr. Ing. Markus Brautsch stellte dem Gemeinderat die Grundidee für die Errichtung eines wirtschaftlichen Wärmeverbundes auf der Basis der Kraft-Wärme-Kopplung vor. Bild: haa
von Hermann HaasProfil

Ein Energiekonzept zum Betrieb eines Nahwärmenetzes für die Ortschaft Guteneck wurde schon vor etwa drei Jahren durch die Gemeinde in Auftrag gegeben. Damals war ein Biomasseheizkraftwerk vorgesehen, erinnerte Bürgermeister Johann Wilhelm bei der Gemeinderatsitzung. Die näheren Untersuchungen ergaben jedoch, dass die Anlage mit Wärmerzeugung alleine nicht lukrativ arbeitet. Nun will man einen neuen Weg beschreiten.

Professor Dr. Ing. Markus Brautsch von der Hochschule Amberg stellte daher dem Gemeinderat die Grundidee für die Errichtung eines wirtschaftlichen Wärmeverbundes auf der Basis der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) vor. Solche Anlagen sind bereits mehrfach und erfolgreich in Betrieb. Einleitend sind durch eine Abfrage die Verbrauchsdaten für Wärme und Strom der interessierten Abnehmer erforderlich, damit das Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Eigenstromnutzung über ein Arealstromnetz dimensioniert werden kann. Aus diesen Daten kann die Auslegung der technischen Detailunterlagen wie Heizzentrale und Netzplan erarbeitet werden. Nun kann auch schon die Vollkostenrechnung erfolgen und recherchiert werden, welche Förder-möglichkeiten bestehen. Auch verschiedene Betreibermodelle werden den Bürgern vorgestellt.

Erprobte Systeme

Anhand der interessierten Abnehmer wird ein Netzverbund ausgearbeitet und hieraus die Wärmebelegungsdichte errechnet. Dieser Wert soll, wegen der Förderung, so hoch wie möglich ausfallen, auf jeden Fall über 500 kWh. Bei einer geringen Netzlänge entsteht weniger Verlust, aber eine höhere Dichte. So kann es durchaus sein, dass weiter entfernte oder verstreute Anwesen deshalb nicht angeschlossen werden können.

Markus Brautsch stellte auch verschiedene Alternativen für die BHKW-Wärmeerzeuger wie Flüssiggas, Hackschnitzelkessel oder Holzpelletsvergaser vor. Diese Systeme sind alle erprobt und ausgereift.

In einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zeigte der Referent noch die Investitionskosten, die jährlichen Kosten wie auch die jährlichen Einnahmen in verschiedenen Varianten auf. Die Ermittlung der Wärmegestehungskosten erfolgte mittels einer Vollkostenrechnung nach der Annuitätenmethode. Es wurde ein Betrachtungszeitraum von 20 Jahren angenommen. Die hier vorgestellten Ver-sionen arbeiteten alle rentabel und wirtschaftlich.

Schätzungen für eine Anlage für Guteneck konnten jedoch nicht abgeleitet werden. Hierzu muss das Institut erst einmal aktuelle Daten ermitteln und in die Planungen einarbeiten. Wenn allerdings bei der Wirt-schaftlichkeitsbetrachtung festgestellt wird, dass sich die Anlage für Guteneck - wider Erwarten - nicht rechnet oder nicht lohnend arbeiten wird, kann die Planung der Maß-nahme jederzeit abgebrochen werden.

Entscheidung steht an

Bürgermeister Wilhelm betonte, dass die Gemeinde in einer der nächsten Sitzungen entscheiden wird, ob die Anlage gebaut werden soll. Im Hinblick auf die bevorstehende Dorferneuerung können hier die Erdarbeiten, die voraussichtlich 2019 durchgeführt werden, kostengünstig mit einfließen. Die Planungen müssten daher auf jeden Fall im kommenden Jahr erfolgen. Wilhelm wies allerdings darauf hin, dass der Bau sowie der Betrieb eines Blockheizkraftwerkes über eine heimische Betreibergenossenschaft abgewickelt werden muss.

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