Zentren der Orte aufwerten

Die großen Asphaltbereiche, vor allem am Dorfplatz, werden stark zurückgebaut. Hier wird nur mehr der Fahrbereich eine neue Asphaltdecke erhalten. Außerdem wird ein gemütlicher Aufenthaltsbereich mit Pavillon, Sitzgelegenheit und Eingrünung entstehen. Bild: haa
Politik
Guteneck
29.12.2016
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In den ländlich strukturierten Orten besteht zunehmend die Gefahr, dass junge Leute abwandern in Zentren mit besseren Arbeits- und Freizeitangeboten. Eine Überalterung der Bevölkerung droht. Die Gemeinde Guteneck will diesem Trend entgegen wirken und mit der Dorferneuerung die infrastrukturellen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen für das Leben auf dem Land schaffen.

In den Hauptorten Guteneck, Weidenthal und Pischdorf ist vor allem eine Um- und Neugestaltung der Ortskerne vorgesehen. Bäume, Sträucher und mehr Rasenflächen sollen freundlichere und lebenswertere Ortsbilder schaffen und somit den Wohnwert bedeutend erhöhen. Einheimische wie auch Neubürger sollen sich wohl und geborgen fühlen.

Baurat Martin Stahr vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) informierte bei der Bürgerversammlung über den Stand des Verfahrens. Das Architekturbüro Blank hat in einem Konzept die zahlreiche Vorschläge und verschiedenen Ideen des Arbeitskreises erfasst und als Basis in den Dorferneuerungsplan mit aufgenommen, den Stahr im Detail vorstellte.

Asphalt zurückbauen

Die großen Asphaltbereiche in Guteneck, vor allem in der Hofmarkstraße und am Schlossberg, werden stark zurückgebaut. Hier wird nur mehr der Fahrbereich eine neue Asphaltdecke erhalten. Die Randbereiche werden höhengleich gepflastert. Pflanzecken mit Sträuchern, kleinen Bäumen und Grünflächen werden künftig die Straßenbilder mit bestimmen.

Am Dorfplatz soll ein gemütlicher Aufenthaltsbereich mit Pavillon, Sitzgelegenheit und Eingrünung entstehen. Der Platz wird dadurch eine entsprechende Aufwertung erfahren und somit zu einem Treffpunkt geformt. Die Funktionalität der Straße wird durch die Umgestaltungen keinesfalls beeinträchtigt.

Privatförderung nützen

Nachdem die Planungen stehen, wird nun die Beteiligung der Behörden eingeleitet. Die Umsetzung der Maßnahmen ist für 2018 vorgesehen.

Martin Stahr wies auch auf die Nutzung der Privatförderung hin. Für gestalterische Beratung mit Entwürfen und Skizzen werden fünf kostenlose Architektenstunden gewährt. Die Förderung beträgt bis zu 30 Prozent für dorfgerechte Um-, An- und Ausbaumaßnahmen sowie für Umnutzung und Gestaltung von Wohn-, Wirtschafts- und Nebengebäuden.

Für die Abstimmung von Maßnahmen zur energetischen Sanierung gibt es sogar zehn Stunden pro Anwesen. Die Förderungen werden für den gesamten Ortsbereich gewährt. Die Beantragung ist auf jeden Fall vor Beginn der Maßnahme beim ALE erforderlich.

2017 beginnt Wegebau

Beim Sportheim in Weidenthal wird ein Wanderparkplatz mit zehn geschotterten Stellplätzen angelegt. Die restliche Fläche wird ebenfalls geschottert und erhält eine Randbepflanzung. Bei größeren Anlässen und höherem Fahrzeugaufkommen, kann auch auf dieser Fläche geparkt werden. Die Ausführungsplanung erfolgt 2017, die Bauphase schließt sich 2018 an. Die Objektplanung für die Dorfmitte Weidenthal wird am 24. Januar vorgestellt.

Die Kosten werden durch das ALE in voraussichtlich zehn halbjährlichen Raten von den Teilnehmern eingefordert und zwar nur für Acker- und Wiesenflächen im Verfahrensgebiet. Bei langfristigen Verpachtungen wird ein Nachlass von 50 Prozent gewährt.

Nahwärme berücksichtigen

2017 wird vom Amt die planrechtliche Genehmigung für das Wegenetzkonzept erwirkt. Wenn alles optimal läuft, könnte im Herbst die ersten Wege gebaut und 2018 fortgesetzt werden. Danach erfolgen die Wertermittlungen der Grundstücke und die ersten Vermessungen.

Bürgermeister Johann Wilhelm gab zu verstehen, dass für einige Bereiche in Guteneck die Nahwärmeversorgung vorgesehen ist. Nach einem Gutachten des Ingenieurbüros Zügner ist die Versorgung durch ein Biomassekraftwerk durchaus wirtschaftlich. Ausschlaggebend ist jedoch die Anzahl der Verbraucher. Derzeit liegen 32 Zusagen vor. Das Projekt soll zusammen mit der Dorferneuerung im nächsten Jahr weiter verfolgt werden.

Tragfähige WegeIn der Bürgerversammlung berichtete Baurat Stahr über den aktuellen Verfahrensstand zur Flurneuordnung. Das geänderte Verfahrensgebiet umfasst jetzt 476 Hektar. Er ging auch auf das Wegenetzkonzept ein. Dabei stellte er klar, dass die Anlage der Wege dem Bedarf angepasst werden muss. Deshalb hat die Vorstandschaft bei ihren Entscheidungen auf eine gut ausgebaute Wegestruktur mit möglichst hoher Tragfähigkeit Wert gelegt. So werden überwiegend Schotterwege der Bauklasse 7a hergestellt. Insgesamt werden knapp neun Kilometer Wirtschaftswege ausgebaut. In der ersten Bauphase werden die Hauptwege angelegt. Später, wenn feststeht wie die Grundstücke zusammengelegt werden, können die Seitenwege folgen. Die Renaturierung von Bachläufen oder die Anlage von Hecken und Bäumen an Wegseitenstreifen wirkt sich günstig auf die Ausgleichsflächen aus.
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