Frauen-Union mit Fahrt nach Mittelfranken
Zu Gast bei Castells

Historische Gewänder und Gebäude sind beim Abstecher auf Gut Wolfgangshof zu bewundern. Bild: exb
Freizeit
Hahnbach
12.01.2018
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53 Frauen und vier Männer machten sich auf Einladung der Frauen-Union auf den Weg nach Mittelfranken. Erster Teil war eine Führung durch das Faberschloss in Stein, auch Steiner Schloss, Schloss Faber-Castell, manchmal auch Bleistiftschloss genannt. Der historistische Komplex aus dem 19. beziehungsweise frühen 20. Jahrhundert besteht aus zwei Bauteilen.

Bei einer Führung durch den neuen Teil erfuhren die Besucher viel über die Geschichte des Schlosses und die Menschen die darin lebten. Demnach ließen Gräfin Ottilie von Faber und ihr Mann Alexander zu Castell-Rüdenhausen nach ihrer Hochzeit 1903 einen repräsentativen Neubau neben dem kleinen alten Schloss errichten. In nur drei Jahren entstand ein Schloss als Zeugnis aristokratischer Wohnkultur. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges zog die gräfliche Familie wie üblich auf ihren Sommersitz außerhalb von Nürnberg. Währenddessen wurde der Komplex von der Wehrmacht beschlagnahmt. Nachdem das Schloss den Krieg nahezu unversehrt überstand, wurde es 1945 zum Quartier der Alliierten. Während der Nürnberger Prozesse diente es als Unterkunft für internationale Anwälte und Presseberichterstatter. Erst 1953 zogen die letzten Amerikaner aus.

Die Familie Faber-Castell nistete sich nicht wieder im Schloss ein. Erst 30 Jahre nach dem Abzug der Amerikaner, nahm sich Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell die Renovierung und Inventarisierung des Schlosses vor, so dass es zum 225-jährigen Firmenjubiläum 1986 erstmals wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte.

Zum Ende der Führung, bei der die Besucher auch viel über die Bleistiftproduktion im angrenzenden Werk erfuhren, überreichte die Vorsitzende der Frauen-Union, Evi Höllerer, den Schlossführern ein Trinkgeld. Zweites Ziel war der Weihnachtsmarkt Gut Wolfgangshof bei Anwanden. Inmitten historischer Gebäude zeigten Kunsthandwerker und Aussteller in urigen Holzhütten, im historischen Kuhstall, auf dem Heuboden und in der alten Säulen-Getreidehalle ihre Waren.
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